Altmärkische Landwirte bringen Roggen, Weizen und Raps ein

Ernte wieder voll in Gang in der Altmark

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Vielerorts sind nun wieder die Erntemaschinen unterwegs. Zwischen Kassuhn und Vissum wurde gestern beispielsweise der Raps eingebracht. Die Körner werden übrigens während der Fahrt umgeladen – das spart bis zu 25 Prozent Arbeitszeit.

Kassuhn / Altmark. Während viele Menschen gerade im Sommerurlaub weilen, haben die Landwirte alle Hände voll zu tun. Denn es ist Erntezeit. Die hohe Arbeitsbelastung hält die Bauern und Helfer teilweise bis in die Morgenstunden wach – bis der Tau einsetzt.

Bernd Hartstock sitzt am Steuer eines Mähdreschers. Dort überwacht er alle Vorgänge während der Fahrt und sieht den Ertrag.

„Bei passendem Wetter herrscht dann aber trotzdem gute Stimmung“, meint Annegret Jacobs, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes. Sie liefert auch gleich Zahlen zum Erntezwischenstand. Demnach stehen im Altmarkkreis noch rund 18 000 Hektar Winterroggen auf den Feldern, ebenso 12 000 Hektar Winterweizen und 13 000 Hektar Raps. Abgeschlossen ist hingegen die Ernte von 8000 Hektar Wintergerste. „Die Wintergerste hat von Aussaat bis Ernte über neun Monate vom Saatgut über die Düngung, den Pflanzenschutz und den anfallenden Maschinenkosten Geld im Betrieb gebunden“, sagt Annegret Jacobs weiter. „Nun wird die Ware zum Markt gebracht.“ Die dort erzielten Preise, abhängig von Ertrag und Qualität, seien entscheidend für den betriebswirtschaftlichen Erfolg – allerdings derzeit leider auf recht niedrigem Niveau, wie die Expertin konstatiert.

Dies kann auch Landwirt Bernd Hartstock aus Kassuhn bestätigen. Gestern saß er selbst am Steuer eines Mähdreschers, der ein Rapsfeld drosch. Die Erträge, die er sofort auf einer Anzeige ablesen kann, zeugen von einer unterdurchschnittlichen Ernte. „Es war im Frühjahr zu kalt“, erklärt Bernd Hartstock. Dadurch habe es während der Rapsblüte keinen großen Insektenflug zur Befruchtung der Blütentrauben gegeben.

Auch Wasser sei nicht ausreichend vorhanden gewesen. Späteres Nass nütze nichts mehr – im Gegenteil: Der Raps treibt dann noch einmal neu aus. Es kommt zum sogenannten Zwiewuchs.

Von Jens Heymann

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