Alte Facharbeit über die Jeetze aufgetaucht / Autorin gesucht

Erhard Köpsel rettet Buch vor dem Feuer

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Die Arbeit enthält unter anderem Querschnittszeichnungen von der Wassermühle Dambeck.

Salzwedel. „Ich denke, es ist vielleicht eine Facharbeit. Für einen Schüler wäre das viel zu umfangreich“, sagt Erhard Köpsel. Die Rede ist von einem dicken, schwarzen Hefter, den er vor sich auf den Tisch gelegt hat.

Im Hefter befindet sich wohl eine der umfangreichsten Arbeiten über den Fluss Jeetze.

Informationen lassen sich nicht nur zur Schifffahrt auf der Jeetze, sondern auch zum alten Hafen Salzwedel finden.

Pegelstände, der Verlauf des Gewässers, ehemalige Wassermühlen und Geschichtliches über den Salzwedeler Hafen und die Schifffahrt auf der Jeetze – von der Quelle nahe Schwarzendamm bis zur damaligen Grenze bei Salzwedel ist alles genau dokumentiert und auf Fotos festgehalten. Auf zwei Bildern ist aber nicht nur der Fluss zu sehen. Eine Frau, allein und einmal mit einem Hund, lächelt in die Kamera. „Ich könnte mir vorstellen, dass das die Autorin ist“, mutmaßt der Mann aus Fleetmark. Die wird von Erhard Köpsel nun gesucht.

Der Haken: Der Fund des Buches liegt schon ein Weilchen zurück, nicht einmal der Finder selbst weiß es ganz genau. „Es muss ungefähr 1986 gewesen sein“, sagt Erhard Köpsel. Damals habe er an der ehemaligen Heine-Schule Arbeiten an der Heizung vorgenommen. Und eines Morgens lag der Hefter mit anderen Büchern, die vernichtet werden sollten, im Heizungskeller. „Dafür war mir die Arbeit zu schade, da hab ich sie mitgenommen“, erinnert er sich. Der Hefter geriet in Vergessenheit, doch vor kurzem fiel er ihm wieder in die Hände.

Wann das Werk genau entstanden ist, kann man nur schätzen. Letzte Einträge von Wassertiefen lassen auf August 1967 schließen. Auch alle Wassermühlen entlang des Flusses sind aufgelistet. Zu einigen Gebäuden wie der Wassermühle Dambeck existieren Querschnittzeichungen mit exakten Meterangaben, viele von ihnen existieren aber schon lang nicht mehr.

„Ich würde der Autorin die Arbeit gern zurückgeben“, erklärt Erhard Köpsel, denn so wie es scheint, wurde viel Mühe und Zeit in das Projekt investiert. „Wenn sie es nicht haben möchte, dann kann es das Stadtarchiv haben.“ Wer zur Autorin oder der Arbeit Hinweise geben kann, der kann sich bei der Altmark Zeitung unter Tel. (03 901) 83 14 93 214 melden.

Von Melanie Friedrichs

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