Flüchtlinge stellen ihre Betreuer vor so manche Herausforderung

Der Erfolg liegt im Detail

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Die Handyladestation und freies Internet – zwei wesentliche Dinge, damit Flüchtlinge keinen Lagerkoller bekommen. Die Betreuer der Asylanten haben in den vergangenen Monaten so einiges gelernt, damit die Lage immer ruhig bleibt.

Salzwedel. Der richtige Umgang mit Flüchtlingen entscheidet sich durch Kleinigkeiten. Diese Erfahrung haben die verantwortlichen Mitarbeiter um ihren Chef, Dezernent Hans Thiele, in den vergangenen Monaten gemacht.

Dass es zu keinen Massenschlägereien wie in anderen Orten kommt, dafür hat Hans Thiele in der ehemaligen Käthe-Kollwitz-Turnhalle in Salzwedel vorgesorgt. Sichtschutz zwischen den Kabinen lässt Frauen ihre Privatsphäre. So verirrt sich kein Blick, und die Fäuste eifersüchtiger Ehemänner bleiben in der Tasche.

Die Turnhalle ist zudem nicht randvoll zugestellt. Die Kinder nutzen das zum Toben aus, weiß Thiele. Ganz wichtig seien auch die Handyladestation und das freie Internet. „Die brauchen ihr Smartphone“, so der Experte. Wo es kein freies WLAN gibt, da seien die Asylanten weniger zufrieden, habe die Erfahrung gezeigt. Manch Ausquartierter sei deswegen wieder zurückgekehrt. Arabischsprachiges Fernsehen helfe ebenfalls.

Andere Dinge muten kurios an: Seitdem es jeden Morgen Deutschunterricht gibt, klingeln bei den Syrern pünktlich die Wecker. Fleisch essen sie gerne, aber nicht, wenn es wie Bratwurst aussieht, zählt Hans Thiele auf. Auch sei Brot nicht gleich Brot: Mischbrot bekommen in Syrien nämlich nur die Alten, gesunde Männer essen stattdessen Weiß- oder Fladenbrot. Schwarzer Tee ist zudem rund um die Uhr verfügbar.

Das Mülltrennen klappe in Wohnungen auf dem Land nicht immer, so Thiele, aber da sei manch deutscher Nachbar selbst kein Vorbild.

Von Jens Heymann

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