Bevölkerungsprognose 2025: Anteil der über 65-Jährigen steigt deutlich

20.000 Einwohner weniger im Altmarkkreis

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Die Bevölkerungsprognose für 2025 des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt sieht einen drastischen Rückgang in den Einwohnerzahlen. Durch die zunehmende Lebenserwartung wird dabei der Anteil der über 65-Jährigen deutlich steigen.

Altmark. Knapp 20 000 Einwohner weniger werden dem Altmarkkreis Salzwedel vom Statistischen Landesamt Sachsen-Anhalt für 2025 prognostiziert.

Demnach geht die Bevölkerung für den Kreis von 91 922 Personen (Ausgangsjahr 2008, Neuberechnung Zensus 2014) auf 72 363 Einwohner zurück. Die Altersstruktur wird vor allem im Bereich der 20- bis 65-Jährigen zurückgehen, während der Bevölkerungsanteil der über 65-Jährigen um zehn Prozent zunimmt. Für die Hansestadt Salzwedel bedeutet das einen Bevölkerungsschwund von mehr als 20 Prozent in den kommenden Jahren. Waren es 2008 noch 25 544 Männer und Frauen, werden es 2025 voraussichtlich nur noch 20 417 Einwohner sein. Auch für Sachsen-Anhalt wird ein Bevölkerungsrückgang erwartet. Bis 2025 geht die Bevölkerung um 18,6 Prozent zurück, das sind 442 530 Männer und Frauen weniger. Vor allem das Verhältnis zwischen den Nichterwerbsfähigen (unter 20 sowie 65 Jahre und älter) und den Erwerbsfähigen (20 bis 65 Jahre) sorgt für Probleme. Entfielen im Jahr 2008 auf 100 Erwerbsfähige 24 Personen unter 20 Jahren und 39 Personen mit 65 und mehr Jahren, zusammen also 63 Personen, so erhöht sich dieser Anteil bis zum Jahr 2025 auf 86 Personen.

Für die Hansestadt steigt die Zahl von 60 auf 94 Nichterwerbstätige zu 100 Erwerbstätigen.

Auch die Zahlen der Bertelsmann Stiftung zum demografischen Wandel in Deutschland schlagen Alarm. Mit zunehmender Alterung und Lebenserwartung der Bevölkerung kommt ein erhöhter Pflegeaufwand auf die Kommunen zu. „Mit dem Anstieg der Älteren und Hochbetagten vergrößert sich der Unterstützungs- und Pflegebedarf. Es gilt, frühzeitig der Gefahr von Versorgungslücken aufgrund fehlender Pflegekräfte und Ärzte entgegenzuwirken“, erklärt Vorstandsmitglied Brigitte Mohn. Zwar verzeichnet das Statistische Landesamt eine Geburtensteigerung von 1,38 auf 1,49 Kinder je Frau, aber die Wanderungsverluste für den ländlichen Raum können nicht aufgehalten werden. „Die Herausforderung ist es, auch in einwohnerschwachen Regionen flexible Mobilitätsangebote, schnelles Internet und eine Gesundheitsversorgung in erreichbarer Nähe anzubieten“, legt Mohn dar.

Von Katja Lüdemann

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