Feuerwehren in Salzwedel erhalten weiteres Aufgabengebiet / Eid ausreichend für Neuaufnahme

Einsatz zu Lande und zu Wasser

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Die Feuerwehren in der Einheitsgemeinde Salzwedel erhalten eine neue Satzung. Darin ist nun unter anderem geregelt, dass die Brandschützer künftig auch Aufgaben einer Wasserwehr übernehmen.

Salzwedel. Braucht Salzwedel eine Wasserwehr? Laut Rechtslage ja, denn statistisch gesehen gibt es alle 100 Jahre ein Hochwasser. Doch die Hansestadt will einen anderen Weg gehen und auf eine Extra-Feuerwehr fürs Nasse verzichten.

Und zwar durch das Erweitern der Zuständigkeiten der bestehenden Feuerwehren. Diese sollen nach der neu ausgearbeiteten Satzung, gewissermaßen die rechtliche Arbeitsgrundlage, neben Brandschutz, Hilfeleistung und Aufklärung künftig auch die Aufgaben einer Wasserwehr wahrnehmen.

In der Lokalpolitik waren sich die Akteure schnell darüber einig. Das Beispiel Gardelegen, wo bereits so verfahren werde, diene als Vorbild.

Eine reine Wasserwehr hätte vermutlich auch nicht viel zu tun. Deren Hauptaufgaben Deichkontrolle und Pegelstandsmessung spielen im Gebiet der Hansestadt eine untergeordnete Rolle. Ein mögliches Hochwasser, so sind sich die Politiker sicher, würde auch nicht so plötzlich über Salzwedel hereinbrechen.

Nach dem Willen der Stadtratsfraktion SPD / „Für Salzwedel“ sollte in der neuen Satzung auch vermerkt werden, dass niemand Mitglied der Feuerwehr sein oder werden dürfe, der gleichzeitig Mitglied einer extremistischen Vereinigung oder Organisation ist. Dies teilten jedoch weder die anderen Fraktionen noch die Feuerwehr selbst – denn diese Problematik sei bereits durch den Eid, den jeder Brandschützer leisten muss, abgedeckt. Die Ehrenamtlichen verpflichten sich dadurch unter anderem zu politischer Neutralität im Dienst. Die Aufnahmepraxis sieht ein Gespräch mit dem Kandidaten vor. Bei Zweifeln wird das Führungszeugnis angefordert und mit der Vor-Wehr gesprochen.

Von Jens Heymann

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