Pretzierer Patzer: Zwei durften nicht wählen, wurden aber zugelassen / Wahlergebnis festgestellt / Einspruchsfrist zwei Wochen

War es nur eine Stimme, die Blümel zum Sieg verhalf?

Matthias Holz (v.l.), Doris Balsat, Jürgen Reinke (Gegenstimme) und Siegfried Strauß bestätigten gestern das Wahlergebnis.

hob Salzwedel. Der Bürgermeister-Wahlkrimi ging gestern weiter. Um es gleich vorwegzunehmen: Der Wahlausschuss bestätigte den Sieg von Sabine Blümel mit 3952 Stimmen und damit die Tylsenerin als Salzwedels neue Bürgermeisterin.

Amtsinhaberin Sabine Danicke hatte drei Stimmen weniger erreicht. Auch das bestätigte der Ausschuss.

Doch: Zwei Stimmen landeten in der Pretzierer Wahlurne, die dort nicht hineingehört hätten. Denn die beiden Wähler wohnten noch keine drei Monate in dem Salzwedeler Ortsteil – womit ihnen das Recht der Wahl abzusprechen ist, erläuterte Wahlleiter Matthias Holz. Somit könnte Sabine Blümel entweder zwei Stimmen mehr oder zwei Stimmen weniger haben. Letzteres würde bedeuten, dass sie Sabine Danicke um nur eine einzige Stimme geschlagen hat. Wahlausschussmitglied Jürgen Reinke forderte eine Nachzählung. Für ihn „eine Frage des Prinzips“.

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Der Wahlleiter erläuterte die Rechtslage: „Emotional kann ich das verstehen.“ Juristisch, und nur danach habe der Ausschuss zu entscheiden, gebe es keine Handhabe – trotz des Pretzierer Patzers. So lange keine juristischen Einwände vorlägen, könne der Wahlausschuss lediglich die 69 ungültigen Stimmen prüfen. Holz bot an, dies zu tun, die gestrige Wahlfeststellung auf Donnerstag zu verschieben und die 69 Stimmen dann unter die Lupe zu nehmen. „Aber im Rathaussaal, wegen des dann zu erwartenden Publikumsandrangs“, bot er an.

Doch Siegfried Strauß und Doris Balsat sahen mit Vertrauen auf die versierten Wahlvorstände ebenso wie Matthias Holz keinen Grund dafür und stimmten für das Feststellen des Wahlergebnisses. Jürgen Reinke war dagegen. Walter Böhme fehlte.

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Wie Christian Franke vom Wahlkampfteam von Sabine Danicke nach der Sitzung mitteilte, halte man an der Nachzähl-Forderung fest. Es gäbe konkrete Hinweise. „Wir lassen das noch juristisch prüfen“, bezog sich Franke auf sechs Briefwahlstimmen. Und: „Im Sinne eines echten Neuanfangs würde ich es begrüßen, wenn die Siegerin der Wahl die Überprüfung des Wahlergebnisses beantragen würde. Gerade, weil das Ergebnis so knapp ausgefallen ist, ist Gewissheit besonders wichtig“, fordert Carsten Brückner namens des Bürgerbundes.

Von Holger Benecke

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