Fundament der Salzwedeler Katharinenkirche steht auf dem Bauplan: Betonsäulen sollen den Chor stützen

Eine Füllung für den hohlen Zahn

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Was aussieht wie ein kleiner Panzer ist ein Bohrer Marke Eigenbau. „Durch das Loch am Ende des Bohrkopfes pressen wir den Beton in das Kirchenfundament“, erklärt Thomas Gloede.

klü Salzwedel. Rund 15 Tonnen Beton pro Tag sollen in den kommenden zwei Wochen unter das Fundament der Salzwedeler Katharinenkirche gepresst werden. Mit einem besonderen Tiefbau-verfahren soll das Chorgewölbe, das Anfang des 14. Jahrhunderts in der Innenstadt erbaut wurde, gestützt werden.

Denn die Bausubstanz unter dem Gotteshaus hält dem Druck der Steine nicht mehr stand und sinkt ein.

Bereits im Januar begannen die Rettungsmaßnahmen im Inneren des Sakralbaues. Dort wurde eine Staubwand eingesetzt, die Risse zugemörtelt. Gestern nun fiel der Startschuss für die kniffligste Aufgabe. Gemeindekirchenratsvorsitzender Frieder Oßwald blickte den Vorbereitungen an dem Bohrer Marke Eigenbau interessiert und voller Hoffnung zu. „Durch ein vier Millimeter kleines Loch pressen wir den Beton in einer Drehbewegung ins Erdreich und vermörteln das Fundament“, erklärt Thomas Gloede von der Berliner Spezialtiefbau-Firma aus Berlin.

Auf eine Tiefe von vier Metern werden – mit einem Druck von 400 bar – unter jeden der Chorpfeiler zwölf Betonsäulen mit einem Durchmesser von 1,20 Meter gegossen. „Ein Pfeiler macht uns besondere Sorgen. Das ist der hohle Zahn am Chorgewölbe“, erklärt Oßwald, „aber wenn der hält, sind wir mit der Rettung der Katharinenkirche ein großes Stück weiter.“

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