1896 gegründet: Buchwitzer Brandbekämpfer feiern heute 120-jähriges Bestehen

Buchwitz: Eine der ältesten Wehren der Region

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Das Gruppenfoto mit den Mitgliedern der Feuerwehr Buchwitz und der Partnerwehr Ilster-Alvern-Töpingen (Munster) entstand im Juni 2010. Vor der heutigen Festsitzung zum 120. Geburtstag soll ein neues Bild gemacht werden.

Buchwitz. 120 Jahre – die Freiwillige Feuerwehr Buchwitz kann auf ein stolzes Alter zurückblicken. Laut Chronik ist sie sogar eine der ältesten. Denn im Gründungsjahr 1896 soll es im damaligen Kreis Salzwedel nur in sieben Orten eine Feuerwehr gegeben haben, bei insgesamt 184 Dörfern und Städten.

Ein Großbrand auf dem Hof von Fritz Genthe soll der Anstoß für die Gründung der Feuerwehr gewesen sein. Zuvor habe es Generationen lang keine Feuersbrunst gegeben, gaben damals ältere Dorfbewohner dem Salzwedeler Wochenblatt zu Protokoll.

Eine alte Aufnahme aus dem Jahr 1934. Übrigens: Brandmeister und Schriftführer erhielten monatlich jeweils 60 Reichsmark.

Die Buchwitzer legten sich eine moderne Handdruckspritze zu, die bis 1963 im Dienst blieb. Der erste Einsatz der neuen Feuerwehr hat sich in Kricheldorf ereignet – die Scheune des Bauern Schmücker stand in Flammen. „Dort hat die Wehr wohl ihre erste Bewährungsprobe bestanden, zur Freude der ersten organisierten Buchwitzer Feuerwehrkameraden“, wie es in der handgeschriebenen Chronik heißt.

Aus der Zeit der Weimarer Republik, in den Zwanzigerjahren, ist wenig überliefert. Aber diese Anekdote: Im Oktober 1926 soll es einen kuriosen Fehlalarm gegeben haben. Die Bewohner wussten scheinbar nicht, dass die alte Kleinbahnlinie Salzwedel-Winterfeld umgestellt worden war und hielten den Zugqualm für einen Brandhinweis.

1959: Heinz Wernecke (hinten, v.l.), Wolfgang Hausmann, Herbert Horn, Alfred Krüger, Fritz Schütz und Fritz Tegge. Vorne: Horst Renz, Fritz Kuhfahl, Fritz Lange, Fritz Löttge und Reinhold Meyer.

Im Dritten Reich musste jedes Dorf eines Freiwillige Feuerwehr besitzen. Für Buchwitz bedeutete dies 1934: neue Uniformen, militärische Organisation. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat die Wehr kaum in Erscheinung, wie in der Chronik steht. 1950 kam Buchwitz zu Stappenbeck. Die jeweiligen Feuerwehren blieben aber selbstständig.

Auch die Frauenwettkampftruppe der Buchwitzer Wehr holte den Sieg in das kleine Dorf nahe Salzwedel.

Im selben Jahrzehnt wurde eine Tradition gegründet, die noch immer existiert. Jedes Jahr verreisen die Aktiven und ihre Angehörigen gemeinsam. Einige Jahre später, 1966, erfolgte die Gründung der Frauenbrandschutzgruppe, die 1975 in die Frauenmannschaft überging. Diese wurde 1996 wieder ins Leben gerufen. In den Siebzigerjahren begann zudem die große Zeit der Buchwitzer Wettkampfmannschaften, häufig die Besten.

Die Wende bedeutete einen Umbruch: Die Lehrgänge mussten neu absolviert werden. Aber auch neue Partnerschaften entstanden.

Von Jens Heymann

Die Buchwitzer Männerteams belegten am 26. April 1975 beim Wirkungsbereichsausscheid in Liesten die ersten beiden Plätze.

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