Zwölf Quadratmeter zum Leben

Flüchtlinge: Salzwedeler bekommen Einblick in Notunterkunft

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Zum Tag der offenen Tür konnten sich die Salzwedeler in der ehemaligen Käthe-Kollwitz-Turnhalle umschauen – hier sollen ab heute in 32 abgeschirmten Bereichen (kl. Foto) zunächst rund 50 Flüchtlinge untergebracht werden.

Salzwedel. Etwa 50 Flüchtlinge werden heute in der Turnhalle der Käthe-Kollwitz-Schule erwartet. Vorab konnten sich gestern die Salzwedeler in der Notunterkunft umschauen. „Es ist eine große Herausforderung.

Die 32 abgeschirmte Bereiche.

Wir heißen Menschen willkommen, die vor Krieg und Elend geflohen sind und haben die Aufgabe, diese unterzubringen“, begrüßte Landrat Michael Ziche die zahlreichen Besucher. Auf gut 12 Quadratmetern werden die Flüchtlinge in abgetrennten Vierer-Quartieren mit Etagenbetten, abschließbaren Schränken, Tisch und Stühlen untergebracht. „Das gehört zur ersten Grundausstattung“, erklärte Ordnungsamt-Dezernent Hans Thiele. „Wir müssen die Menschen so schnell wie möglich in eigene Wohnungen unterbringen.“

Säckeweise Kleiderspenden warten auf das Auspacken.

Viele positive Rückmeldungen bekamen die Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Die Salzwedelerin Ramona Spiegel, die als Lehrerin an der Lessing-Ganztagsschule unterrichtet, kam vorbei, um in den nächsten Tagen ihren Schülern einen Eindruck vermitteln zu können. Auch die Anwohnerinnen Christina Keye und Anne Ulrich waren überrascht: „Natürlich hat man schon ein etwas komisches Gefühl. Wir hatten uns die Unterbringung ganz anders vorgestellt. Aber mit den abgetrennten Bereichen haben die Männer, Frauen und Kinder ja einen Rückzugsort.“

„Ein Caterer aus Magdeburg sorgt für die Verpflegung. Die Speisen werden auf den arabischen Gaumen abgestimmt,“ erklärt Thiele. Vorallem Zucker wurde gebunkert, denn „auf einen Becher Schwarzen Tee kommt ein Drittel Zucker.“ Neben den Sanitäreinrichtungen, einer Fernsehecke und Raucherbereichen gibt es auch ein Kinderspielzimmer. „Wir benötigen Kinderanziehsachen, vorallem jetzt für den Winter sowie Spiele und Windeln“, zählt Carsta Görk vom DRK auf. Die Helfer und Mitarbeiter arbeiten im Schichtdienst, von 6 bis 13.30 Uhr und von 14 bis 21 Uhr. Ab 22 Uhr gilt dann für alle Nachtruhe.

Von Katja Lüdemann

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