Flüchtlinge nehmen Angebot zum Thema Verkehrssicherheit in Salzwedel mit Freude an

„Ein Fahrrad hat keine Knautschzone“

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Polizist Gerd Schönfeld kam mit den Flüchtlingen ins Gespräch. Gestern Nachmittag wurde zum Beispiel das Wissen über Verkehrszeichen vertieft und dieses dann praktisch umgesetzt.

Salzwedel. Für Flüchtlinge ist das Fahrrad ein wichtiges Verkehrsmittel, um in die Innenstadt zu kommen. Die Bedingungen sind gut, vom Fuchsberg gibt es einen Radweg. Trotzdem sind manche Radler unsicher auf den zwei Rädern.

Um dies zu ändern, wurde auf dem Gelände der Unterkunft ein Verkehrstag organisiert. „Es ist das erste mal in dieser Größenordnung und die Resonanz ist gut. So etwas könnten wir auch an der ehemaligen Käthe-Kollwitz-Schule machen“, freute sich Kreis-Dezernent Hans-Thiele gestern Nachmittag.

Die Salzwedelerin Holle Huygen-Thurn motivierte zum radeln.

Die ehrenamtliche Helferin Andrea Leonhardt hatte die Idee im April. Schnell fand sie Mitstreiter wie die Verkehrswacht, die evangelische Kirche, die Diakonie und die Polizei. „Es wurde ein Selbstläufer“, erklärte die Freiwillige, betonte aber auch: „Im Bekanntenkreis kam zum Teil die Frage auf, ob dies überhaupt nötig sei.“ Denn die Flüchtlinge waren in ihren Heimatländern ebenfalls mit Rädern unterwegs. Doch brenzlige Situationen zeigten, dass die Sicherheit nicht immer da ist. „Ein Fahrrad hat keine Knautschzone“, unterstrich Polizist Gerd Schönfeld. Er machte keinen Hehl daraus, dass auch manche Salzwedeler etwas Nachhilfe in Sachen Verkehrssicherheit nötig haben. So beobachtet er immer wieder Einheimische, die sich als Radfahrer nicht an das Rechtsfahrgebot halten und auf der falschen Seite des Radweges unterwegs sind.

Der gestrige Nachmittag bot nicht nur Gelegenheit, um das Wissen über Verkehrszeichen zu vertiefen, sondern auch Hilfe bei der Reparatur der Drahtesel zu bekommen und auf einem Parcour die Praxis zu testen. Ein Essen mit deutschen und arabischen Gerichten stärkte die Gemeinschaft auf dem Salzwedeler Fuchsberg. Sponsoren unterstützten die Veranstaltung.

Von Christian Ziems

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