Natürlicher Schutz nimmt zu / Altmarkkreis setzt das Bekämpfen fort

Eichenspinner: Bäume wehren sich mit Gerbsäure

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Die Eichen wurden vom Boden aus besprüht. Da es im Mai überwiegend trocken war, ließ sich das Prozedere ohne größere Probleme umsetzen. In nächsten Monaten wird zusätzlich abgesaugt.

Altmarkkreis. Das chemische Bekämpfen des Eichenprozessionsspinners ist im Altmarkkreis abgeschlossen. Rund 21 000 Bäume wurden von verschiedenen Firmen besprüht. „Es sieht ganz gut aus. Das Wetter spielte im Mai auch mit.

Aber eine 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht“, schätzte Joachim Funke vom Kreisumweltamt gestern im AZ-Gespräch ein. Der Schädling kann sich zum Teil aber trotzdem noch ausbreiten. Da das Gift in der jetzigen Entwicklungsphase der Tiere nicht mehr wirkt, hilft nur noch das Absaugen. Dies wird bis August umgesetzt. 1140 Eichen stehen derzeit auf dem Zettel. Diese Zahl kann sich aber noch ändern. Denn die Bäume werden genau beobachtet und dann entschieden: Ist ein Einsatz nötig oder nicht.

Insbesondere der Drömling rückt dabei ins Blickfeld. Im Naturschutzgebiet darf nicht gespritzt werden, darum kommt dort nur die mechanische Variante in Frage. Genauso wie in einigen Bereichen am Arendsee. Dort klagten Fahrradfahrer am Wochenende über Beschwerden, hervorgerufen durch die Brennhaare des Eichenspinners. Diese können unter anderem Hautreizungen sowie Atembeschwerden hervorrufen.

Bei der Bekämpfung ziehen Kommunen, Kreis und Land an einem Strang. Es gab eine gemeinsame Ausschreibung, an der sich auch Privatleute beteiligen konnten. Diese müssen zwar die Kosten selbst tragen, kommen aber günstiger weg, als wenn sie sich selbst eine Firma suchen würden. Insgesamt rund 1500 Exemplare, die auf privaten Grundstücken stehen, wurden bespritzt. Als praktisch hat sich erwiesen, dass diesmal Angestellte der Gemeinden mit dabei waren. „Sie konnten den Fachfirmen, die teilweise aus Baden-Württemberg kommen und unsere Region nicht kennen können, mit ihrem Wissen zur Seiten stehen“, unterstrich Joachim Funke.

Er glaubt, dass auch im nächsten Jahr wieder bekämpft werden muss. Eine Entscheidung darüber gilt es seitens des Altmarkkreises im Herbst nach einem Gespräch mit den Kommunen zu fällen. Inzwischen zeigt sich, dass die Natur zu Gegenmaßnahmen greift. Die Eichen produzieren mehr Gerbsäure als üblich. Dies mögen die Schädlinge nicht. Im Forstgebiet Ferchau taucht der Spinner inzwischen kaum noch auf. Auch dem Kuckuck kommt eine besondere Rolle zu. Er ist ein natürlicher Feind, ihm machen die für Menschen gefährlichen Brennhaare nichts aus.

Von Christian Ziems

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