Der Weg eines jungen Vietnamesen in Salzwedel

Duong Pham Xaan hat es geschafft

Duong Pham Xaan, hier im Computerraum der Awo, ist seit vier Jahren in Salzwedel. Der Vietnamese hat einen schwierigen Weg hinter sich. Sein größter Wunsch ist es, Arzt zu werden. Foto: Meineke

Salzwedel. Heute kann Duong Pham Xaan lachen und Spaß haben. Das war nicht immer so. Der Vietnamese kam 2007 als 16-Jähriger nach Deutschland. Ohne ein Wort deutsch zu sprechen, ohne wirkliche Perspektive.

Denn sein Abitur wurde nicht anerkannt, man stempelte den Teenager mit einem Hauptschulabschluss ab.

Sören, das ist der ins Deutsche übersetzte Name von Duong Pham Xaan, „ist ein hochintelligenter junger Mann“, weiß Christa Schindler vom Awo-Jugendmigrationsdienst. Sie kennt den Vietnamesen, seit er in Deutschland ist, hat ihn betreut und mit ihm so manche Hürde gemeistert. Sören kam im Zuge der Familienzusammenführung nach Salzwedel, lebt hier mit seinen Eltern und vier Geschwistern. „Er fiel damals durch das Sieb“, erinnert sich Christa Schindler, denn für einen Sprachkurs war er mit 16 zu jung. Duong Pham Xaan paukte Deutsch bei der Arbeiterwohlfahrt. Christa Schindler nahm alle bürokratischen Hürden, um die Zeugnisse aus Vietnam zu holen, damit man hier wenigstens einen Realschulabschluss erstreiten konnte.

Eins kam zum anderen: Ohne Sprachkurs kein Ausbildungsplatz. Nur durch Dietrich Bannehr vom Bildungsverbund Handwerk bekam der junge Mann eine Perspektive: Sören wird Koch, ist derzeit im zweiten Lehrjahr „und macht sich sehr gut“, weiß Schindler.

„Ich mache das jetzt fertig“, sagt der heute 20-Jährige im Gespräch mit der Altmark-Zeitung. Aber sein Traumberuf sei Koch nicht. „Ich wollte schon immer Arzt werden“, lächelt der bescheidene junge Mann. Dieser Weg stehe ihm nun durchaus noch offen – und er will ihn gehen.

Sörens besonderes Talent ist der Breakdance. Beim Jugendmigrationsdienst hat er eine Tanzgruppe aufgebaut, in der inzwischen ein Jugendlicher aus Kenia und ein Aussiedler mitmachen. Die Teenager haben Ahnung von Musik und Computer, wollen über ihren Breakdance einen Videoclip drehen. „So stabilisieren sie ihre Kenntnisse am Computer, haben eine schöne Aufgabe und werden ganz nebenbei gut integriert“, freut sich Christa Schindler.

Übrigens: Sörens Bruder fühlt sich beim Migrationsdienst ebenfalls wohl. Er ist Ballakrobat und hat auch sonst seinen Weg gefunden. Wie Duong Pham Xaan auch.

Von Ulrike Meineke

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