Jugendarbeitslosigkeit: Der Altmarkkreis liegt bundesweit auf Platz 348 von 402

Drei Prozent über Bundesdurchschnitt

zds / teb Altmarkkreis Salzwedel. Deutschland ist wieder einmal Weltmeister: 7,3 Prozent der Jugendlichen unter 24 waren hierzulande 2015 arbeitslos. Das sagt der jüngste Bericht der UN.

Sogar nur 5,3 Prozent hat das Statistische Bundesamt als Quote im Regionalatlas, in dem die Lebensverhältnisse in der Republik verglichen werden. Der Altmarkkreis Salzwedel ist in diesem Vergleich mit einer Quote von 8,4 Prozent der Erwerbspersonen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren vertreten, die im Jahresdurchschnitt arbeitslos gemeldet waren.

In einer Bundesliga der Jugendlichen-Vollbeschäftigung ist das Platz 348 von 402 Städten und Kreisen. Den besten Wert hat der Kreis Eichstätt in Bayern mit 1,3 Prozent, den schlechtesten Wert Bremerhaven mit der zehnfach höheren Quote von 13,1 Prozent.

Die Vereinten Nationen sehen schwarz: Die Jugendarbeitslosigkeit auf der Welt wird nach UN-Angaben dieses Jahr zunehmen. Die Internationale Arbeitsorganisation erwartet, dass die Zahl der arbeitslosen 15- bis 24-Jährigen im Vergleich zum Vorjahr weltweit um eine halbe auf dann 71 Millionen steigen wird. In Europa nimmt die Jugendarbeitslosigkeit derzeit auch schon wieder zu. Kroatien: 30, Spanien 45, Griechenland knapp 50 Prozent.

Deutschland hat da selbst mit dem UN-Wert von 7,3 Prozent die derzeit niedrigste Jugendarbeitslosenquote der EU und bei 5,3 Prozent sowieso. Allerdings, auch auf der Insel der Seligen gibts Schwachstellen. Der Altmarkkreis gehört dazu. Dort ist die Jugendarbeitslosigkeit höher als im Bundesdurchschnitt.

Deutschlandweit sind noch 172 000 Ausbildungsplätze frei. Handwerk und Industrie stecken in der demografischen Zwickmühle: Sie brauchen Ersatz für Rentner. Das Ausbildungssystem an sich gilt als Erfolgsmodell und viele Auffangnetze für Schulabgänger ohne oder mit niedrigen Abschlüssen im Bildungssystem sorgen dazu dafür, dass es in Deutschland, nach Ansicht von Bildungs- und Sozialwissenschaftler schwer ist, im Alter von Anfang 20 arbeitslos zu sein. Die Bundesagentur für Arbeit packt Problembewerber in Maßnahmen, hält sie so aus Arbeitslosenstatistik raus. Allerdings stößt auch dieses System an seine Grenzen. Niedrige Arbeitslosenquoten verlangen gute Konjunktur.

In den vergangenen sieben Jahren haben sich im Altmarkkreis die Quoten folgendermaßen entwickelt: Im Jahr 2009 waren noch 12,9 Prozent der unter 25-Jährigen arbeitslos gemeldet gewesen, geht aus den Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor. 2010 waren es 10,3 Prozent. Im Jahr darauf 9,1 Prozent. 2012 hieß die Jahresquote 10,4 Prozent, gefolgt von 9,8 Prozent im Jahr 2013 und 9,3 Prozent 2014. Mit den im Jahr 2015 erreichten 8,4 Prozent, lag die Quote im Altmarkkreis 4,5 Prozentpunkte niedriger als 2009. Bezogen auf ganz Deutschland hat sich die Jugendarbeitslosigkeit in diesem Zeitraum um 2,5 Prozentpunkte von 7,8 auf 5,3 Prozent verringert.

Als Erfolgsmodell wird die Qualität des dualen Ausbildungssystems mittlerweile auch von der EU gesehen. Vom im Deutschland üblichen praktischen Erlernen des Berufs im Betrieb und der Vermittlung der dazugehörigen Theorie in den Berufsschulen profitieren letztlich beide Seiten: Der Betrieb, der eine zukünftige Fachkraft passgenau qualifiziert, und der Azubi, der hohe Chancen auf einen festen Job hat. Und der mit seiner Ausbildungsvergütung auch wirtschaftlich nicht schlecht da steht. Mit 2,75 Euro am Tag, wie Altersgenossen in armen Ländern weltweit, muss der Azubi hierzulande nicht auskommen.

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