Henninger machen sich Zukunftsgedanken

Drei Dorfgemeinschaftshäuser: Kosten als Knackpunkt

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Dorfgemeinschaftshäuser in der Einheitsgemeinde Salzwedel werden spärlich genutzt und kosten vor allem Geld.

Salzwedel. Die rund 20 Dorfgemeinschaftshäuser in der Einheitsgemeinde Salzwedel stehen zwar noch nicht direkt im Zentrum des strikten Sparkurses der Stadtverwaltung, könnten dorthin aber bald rücken.

Denn sie kosten – obwohl das vielen Dorfbewohnern nicht gefallen wird – vor allem eines: Geld. Und werden in vielen Fällen zu spärlich genutzt. Keine günstige Kombination in Zeiten klammer Stadthaushalte.

Hinter den Kulissen gebe es daher erste zaghafte Ideen, dem Kostenfaktor Dorfgemeinschaftshaus zu Leibe zu rücken, erfuhr die AZ. So könnte als ein erster Schritt die Anzahl der Gebäude pro Ortschaft bzw. Altgemeinde auf eines festgelegt werden. Ein Blick in die entsprechende Gebäudeliste der Hansestadt offenbart, dass dies zwei Ortschaften treffen würde: Henningen (drei Häuser: Henningen, Barnebeck und Rockenthin) und Wieblitz-Eversdorf (zwei Häuser: Eversdorf und Klein Wieblitz).

„Das Thema ist für uns nicht neu“, sagt Henningens Ortsbürgermeisterin Christel Schneppel. „Wir haben uns darüber auch immer wieder Gedanken gemacht. Wir haben drei Häuser und wissen: Dann werden vielleicht irgendwann einmal zwei davon zugemacht.“ Gleichwohl verneint sie, dass aktuell etwa während nicht öffentlicher Dienstrunden im Rathaus über die Dorfgemeinschaftshäuser gesprochen worden ist. Von einem Schließen sei in der Verwaltung keine Rede.

Obwohl die meisten Ortschaften Salzwedels über ein entsprechendes Gebäude verfügen, muss sich gerade Henningen aufgrund seiner drei Häuser mit dieser Problematik beschäftigen. „Das in Barnebeck wäre vielleicht noch verkaufbar“, meint Christel Schneppel vorsichtig in Hinblick auf die Einwohner dort. Und für das Haus in Rocken-thin sei vor einiger Zeit eine Art bewirtschaftender Dorfclub vorgeschlagen worden – mit „böser Resonanz“, wie die Ortschefin rekapituliert.

Ohnehin müsse den Leuten Gelegenheit gegeben werden, zunächst einmal die Betriebskosten der Dorfgemeinschaftshäuser zu senken, schlägt die Ortsbürgermeisterin vor. Und damit dies geschehen kann, müssten sie vorher aufgelistet werden.

Christel Schneppel, seit 1981 Herrin von Henningen, lässt die frühere Unabhängigkeit der Gemeinde nicht aus: „Da hatten wir das Geld.“ Sie erwähnt allerdings auch: „Für die Dorfgemeinschaftshäuser sind immer Zuschüsse nötig. Das war auch früher so.“

Von Jens Heymann

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