Dicker Antrag für Brüssel

Dieter Herker geht „Local Heroes Europe“ erneut an

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Dieter Herker (Mitte), Vater der „Local Heroes“, lässt nicht locker. Nun will er die „Local Heroes Europe“ und bläst zum Sturm auf Brüssel, nachdem der erste, 250 Seiten dicke Antrag im vergangenen Jahr gescheitert war.

Salzwedel. So kennt man ihn: Er lässt nicht locker. Beim zweiten Anlauf soll es nun klappen.

„Local Heroes“-Begründer Dieter Herker will den größten nichtkommerziellen Musiknachwuchswettbewerb noch größer machen und diesen dafür in andere europäische Länder exportieren.

Im vergangenen Jahr war das Ansinnen noch gescheitert. Der 250 Seiten starke Antrag erhielt in Brüssel zwar lobende Worte, aber nicht die erhofften 500 000 Euro EU-Fördermittel. Größere Medienpartner hätten in dem Konzept gefehlt, nennt Herker rückblickend einen der Kritikpunkte.

Den zweiten Versuch sieht er auf einem besseren Weg. „Wir konnten bei den Schwachstellen gezielt nacharbeiten“, so Dieter Herker zur AZ. Er habe auf Nachfrage außerdem erfahren, dass derartige Förderanträge oft erst beim zweiten oder dritten Einreichen bewilligt würden.

Der „Local Heroes“-Gründervater sieht sogar Vorteile beim Scheitern im vergangenen Jahr: „Wir haben letztlich Glück gehabt, denn die Projektphase wurde nun von zwei auf vier Jahre verdoppelt.“

Noch ein anderer Umstand kommt dem Wendländer zugute: Die ursprüngliche Frist für das Einreichen der Antragsunterlagen im Oktober wird aller Voraussicht nach hinten verschoben. Die Gründe dafür seien unklar, so Dieter Herker. Aber: „Wir haben gerade sowieso alle Hände voll zu tun.“ Denn die „Local Heroes“ feiern ihren 25. Geburtstag.

Klassische Medien wie etwa Fernsehen spielen im „Local Heroes Europe“-Konzept nicht die tragende Rolle, erfuhr die AZ. Die seien schwierig, meint Dieter Herker. Stattdessen soll der Schwerpunkt auf dem Internet liegen.

Derweil bahnt sich ein anderes Projekt mit dem Bayerischen Rundfunk an. Dieser hat eine thematisch passende Sendung namens „Startrampe“ im Programm. Nachwuchsbands fahren durch Deutschland, von Konzert zu Konzert, und werden dabei von einem Kamerateam begleitet. Passt gut zu „Local Heroes“, wie Dieter Herker findet. Demnächst soll es ein Treffen mit den Verantwortlichen von „Startrampe“ geben.

Von Jens Heymann

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