Drogenfahrt mit tödlichem Ausgang in Leppin: Bewährungsstrafe für Unfallverursacher

Drogenfahrt mit tödlichem Ausgang: Bewährungsstrafe für Verursacher

+

bg Salzwedel. „Die Opfer konnten erst sehr spät sehen, wie der Wagen von der Straße abkommt. Sie hatten keine Chance auszuweichen“, erklärte der Sachverständige gestern am zweiten Prozesstag um einen tödlichen Autounfall in Leppin.

Passend dazu:

"Joint und eine Bahn gezogen"

Ein 29-jähriger Osterburger war am 30. September 2014 unter Drogen- und Alkoholeinfluss in einer Rechtskurve von der Straße abgekommen und in eine Menschengruppe gefahren. Dabei starb der 27-jährige Somalier Ahmid I. Der gleichaltrige Afghane Ali A. wurde schwer verletzt. Nach den Erkenntnissen des Sachverständigen sei der Angeklagte mit zirka 80 bis 100 km/h durch die Kurve gefahren. Der Wagen verwüstete einen Grünstreifen vor einem Imbiss auf einer Länge von rund 60 Metern. „Wir haben noch gesagt: Der ist doch nicht ganz frisch im Kopf“, erinnerten sich zwei Kraftfahrer, die den Osterburger 20 Minuten vor dem Unfall in Seehausen gesehen hatten. Der Wagen war ihnen aufgefallen, weil er „sehr rasant“ auf einen Tankstellenparkplatz „gebrettert“ sei. In Leppin hätten die Kraftfahrer den Wagen dann wiedererkannt – da lag er bereits auf dem Dach.

Zeugenaussagen wie „Das konnte doch nicht gut gehen“, griff der Vorsitzende Richter Dr. Klaus Hüttermann in seinem Urteil auf. Der Unfall sei durch den Drogen- und Alkoholkonsum bewusst in Kauf genommen worden, zumal der Angeklagte keinen Führerschein besitzt. Er sei somit voll schuldfähig.

Der 29-jährige arbeitslose Vater von zwei Kindern wurde zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Die Bewährungszeit wurde auf drei Jahre festgelegt. Der Osterburger muss sich zudem einem Bewährungshelfer unterstellen. Die Strafe wurde mit einer Verurteilung des Landgerichtes Stendal wegen Diebstahls zusammengezogen. Der Angeklagte erkannte zudem an, für eine Schmerzensgeldzahlung an Ali A. verpflichtet zu sein. Die Höhe wurde noch nicht festgelegt.

„Auch wenn Sie schon gesagt haben, dass Ihnen der Unfall sehr leid tut, lässt es den Verletzten nicht wieder gesund werden und den Getöteten auch nicht wieder auferstehen“, so Hüttermann zu dem Angeklagten. Der Osterburger müsse nun damit klarkommen, sein restliches Leben die Schuld mit sich herumzutragen. Hüttermann legte ihm eine Therapie nahe.

Kommentare