Erste figürliche Darstellung der Weihnachtsfrau und ihres Sohnes entdeckt

AZ deckt auf: Der Alte muss Frau und Kind haben

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Der Kleine im Kinderwagen ist dem Weihnachtsmann wie aus dem Gesicht geschnitten. Es wurde schon immer vermutet, dass der Alte nicht allein auf dieser Welt ist und Familie hat. Diese soll in Lappland leben.

Arendsee. Alle freuen sich auf den Weihnachtsmann. Er wird, vielleicht auch mit Verspätung, in den deutschen Wohnstuben aufschlagen. Manchmal ist er schon wieder weg, manchmal lässt er sich von den zumeist Kindern Gedichte aufsagen.

Alle freuen sich auf ihn, doch ist er allein im Dezember in aller Munde. Was macht ein Weihnachtsmann in der übrigen Zeit des Jahres? Wie lebt er eigentlich? Hat er auch eine Frau?

Letztere Frage beschäftigt sogar Wissenschaftler. Es muss eine Frau geben, denn es ist unwahrscheinlich, dass der Alte im roten Mantel über Jahrhunderte schon den Job alleine macht. Ein Mann aus Fleisch und Blut, der auch irgendwann das Zeitliche segnet.

Lebt er in einer Ehe? Kennt er die Liebe und entsteht aus der Lust am anderen Geschlecht auch Nachwuchs? Bislang war das alles nur eine Vermutung. Doch einen Schritt scheint die Menschheit schon weiter. Denn die Altmark-Zeitung entdeckte im Erzgebirge in einem Künstlergeschäft in Seiffen eine Figurengruppe. Eine Weihnachtsfrau mit einem Kinderwagen, aus dem ein kleiner Junge schaut. Der Vater kann nicht geleugnet werden, denn der Junge ist dem Alten wie aus dem Gesicht geschnitten. Im wahrsten Sinne des Wortes. Er trägt Mütze und Bart – und stolz, wie eine Mutter ist, schiebt sie den Kleinen durch den Winterwald. Und wo ist der Weihnachtsmann? Wo entstand dieses Motiv? Darüber kann nur spekuliert werden. Frau und Kind leben in Lappland, dort, wo der Weihnachtsmann zu Hause ist. Sie kümmert sich um den Nachwuchs, das Haus, den täglichen Kleinkram und hat gar keine Zeit, mit dem Alten auf Reisen durch die Welt zu gehen. Sie hält ihrem Mann den Rücken frei. Wie der Kleine auf den Job vorbereitet wird, ist noch nicht geklärt.

Für Matthias Goyer aus der Spielzeugwelt Arendsee ist es ganz klar, dass der Weihnachtsmann neben seinem Job auch einen menschlichen Ausgleich braucht. „Von einer Ehefrau wusste ich noch nichts, ich dachte eher, er hat eine Haushälterin, die auch ab und zu ein Kind bekommt“, sagte der Unternehmer. Aber der Alte brauche den Nachwuchs, der ihm beim Packen hilft und später auch selbst auf Reisen geht. „Ganz klar, der Weihnachtsmann ist nicht allein auf der Welt. Es gibt ihn in vielen Variationen“, meint Goyer, der selbst manchmal in ein Kostüm schlüpft, um die Weihnachtsmann-Familie zu entlasten, wenn es mal ganz eng wird.

Wenn heute der Weihnachtsmann kommt, kann man auch ruhig seine Familie grüßen.

Von Harry Güssefeld

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