Prokuristin wird sich mit Stadt nicht einig und hat mehrere Angebote

Cornelia Wiechmann verlässt den Salzwedeler Märchenpark

+
Das Labyrinth ist nur zum Teil fertig, andere Themen beschäftigen die Mitarbeiter des Märchenparks. Seit Beginn war Cornelia Wiechmann federführend. Doch sie wurde gekündigt, Gespräche zwischen ihr und der Stadt blieben ergebnislos.

Salzwedel. Den Weihnachtsmarkt 2016 möchte sie noch organisieren, doch dann ist wohl Schluss: Märchenpark-Chefin Cornelia Wiechmann bereitet sich auf ihren Abschied vor. Hintergrund: Der Prokuristin der Jeetze-Landschaftssanierung wurde von der Stadt gekündigt.

Die Einheitsgemeinde hält die Mehrheit an dem Unternehmen und will es zum Jahresende auflösen. Während die Kündigungen von Mitarbeitern, die nur im Märchenpark tätig sind, wieder zurückgenommen wurden, trifft dies für Cornelia Wiechmann nicht zu. Denn sie sei als Prokuristin nicht ausschließlich für die beliebte Einrichtung zuständig gewesen. Und da das Unternehmen keine Zukunft habe, sei eine Prokuristin auch nicht mehr nötig. Gespräche zwischen ihr und der Stadt blieben erfolglos.

Cornelia Wiechmann nimmt langsam Abschied vom Park.

Doch wer die 56-Jährige kennt, weiß, sie ist das Herz der Attraktion. Seit 2003 wurden dort viele ihrer Ideen umgesetzt, viel Herzblut gehörte dazu. Der Park trägt die Handschrift von Cornelia Wiechmann. „Ich habe Tausende von unbezahlten Überstunden geleistet und mich auch ehrenamtlich eingebracht“, erzählte sie gestern im AZ-Gespräch. Inspirationen finden, Vorzeichnungen für Baupläne, Projekte umsetzen sowie begleiten und Feste organisieren – dabei war bislang Cornelia Wiechmann federführend. „Ich bin sehr traurig, muss aber sehen, wie es für mich weitergeht“, unterstrich die Prokuristin. Sie habe mehrere Angebote. „Diese Firmen wollen natürlich auch eine Aussage haben und ich werde mich bald entscheiden“, kündigte die Märchenpark-Chefin an. Auch wenn einige ihrer Projekte wie das Labyrinth noch nicht fertig sind. Ende des Jahres ist sie genau 24 Jahre und elf Monate bei der Jeetze-Landschaftssanierung.

In den 13 Jahren des Märchenparks kamen 900 000 Besucher, die Einrichtung ist weit über die Grenzen der Altmark bekannt. Der Märchenpark wuchs, in Spitzenjahren kamen bis zu 100 000 Besucher an die Warthe. Diese Gästezahl wurden aber in den vergangenen Jahren nicht mehr erreicht. Ein Grund: Um den Mindestlohn zahlen zu können, mussten die Eintrittspreisen erhöht werden.

Wie es mit der Einrichtung weitergehe, wisse Cornelia Wiechmann auch nicht. Von Seiten der Bürgermeisterin Sabine Blümel hieß es immer wieder, der Park solle erhalten bleiben. Sie bezeichnete die Einrichtung als „Leuchtturm“. Doch wie dieses Ziel in der Zukunft praktisch umgesetzt werden könnte, ließ das Stadtoberhaupt bislang in der Öffentlichkeit offen. Cornelia Wiechmann schaut nicht mit Groll auf die vergangenen Jahre zurück und wünscht sich: „Der Park soll nicht in einen Dornröschenschlaf verfallen.“

Von Christian Ziems

Kommentare