Pretzierer Schallschutz-Verein stimmt für eigenes Ende / Nur zwei Mitglieder wollten in Vorstand

Bürgerinitiative löst sich auf

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Der entscheidende Moment – zehn von dreizehn Anwesenden haben gerade das Ende der Bürgerinitiative „Amerikalinie“ beschlossen. Dass sie lieber anders gehandelt hätten, ist den Gesichtern deutlich anzusehen. Walter Theuerkauf (2.v.r.) hatte sich zuvor erfolglos für die Weiterführung ausgesprochen.

Pretzier. Die Bürgerinitiative (BI) „Amerikalinie“ hat am Dienstagabend endgültig ihre Auflösung beschlossen. Zehn von dreizehn anwesenden Mitgliedern stimmten während der Versammlung im Anbau der Pretzierer Grundschule dafür und zwei dagegen, bei einer Enthaltung.

Der alte Vorstand (v.l.): Gerd Brandt, Konrad Bräuer, Schriftführerin Sylvia Winterhoff und Marco Schulze. Es fehlt Peter Winterhoff.

Dieser Schritt hatte sich bereits seit mehr als einem Jahr angekündigt und war in den Augen des bisherigen Vorstands bereits beschlossene Sache. Dennoch hätte es beinahe noch eine Kehrtwende gegeben. Denn Walter Theuerkauf, einer der Pretzierer, die vom Bahnlärm besonders betroffen sind, erklärte sich bereit, die jahrelange Arbeit der BI zum Aufbau eines Schallschutzes fortzuführen. Zusammen mit Marco Schulze aus dem bisherigen Vorstand wäre das Gremium halb besetzt gewesen. Allerdings fanden sich am Abend keine weiteren zwei Vorstandskandidaten, die laut Vereinssatzung nötig gewesen wären. So wurde die BI dann aufgelöst.

Durch das absehbare Ende des Vereins sind einige Weichen bereits gestellt worden. Der alte Vorstand übernimmt die Abwicklung der BI. Auch das Vermögen des Vereins wurde bereits aufgeteilt. Für 2500 Euro soll eine 2,5 mal 15 Meter lange Schallschutzwand auf dem Grundstück von Vorstand Gerd Brandt errichtet werden. Es hätte auch ein deutlich längerer Erdwall sein können, aber Nachbarn hätten laut Brandt kein Interesse signalisiert. Der Rest des Geldes soll in die BI-Abwicklung und ans Frauenhaus fließen.

Von Jens Heymann

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