Personelle Konsequenzen beim Waldverkauf gefordert

Salzwedel: Bürgerbund will mehr gestalten

+
Der Salzwedeler Bürgerholz steht auf der Verkaufsliste. Dem Bürgerbund ist aber schleierhaft, warum das dafür zuständige städtische Personal nicht reduziert werden soll.

Salzwedel. Mehr diskutieren, nicht nur auf einen Lösungsvorschlag beharren und die Informationspolitik ausweiten: Das sind grundsätzliche Forderungen, die bei der jüngsten Sitzung des Bürgerbundes mit Blick auf die derzeitige Salzwedeler Stadtpolitik deutlich wurde.

Dabei ist das Liquiditätskonzept und damit auch der geplant Waldverkauf weiterhin das bestimmende Thema.

Bürgerbund-Vorsitzender Carsten Brückner hatte dies als „gescheitert“ bezeichnet und unter anderem dafür Kritik aus den Reihen des Stadrates bekommen. Der Salzwedeler unterstrich im Café „Zur Börse“, dass seine Worte überzogen seien, aber am Kern halte er fest. Zu den, zum Teil sehr persönlichen Angriffen wollte er sich nicht im Detail äußern, sondern das Gespräch mit den betreffenden Stadträten suchen.

Was sachliche Kritik angeht, wurde bei der Bürgerbund-Versammlung einiges aufgelistet. Sechs Interessierte schauten sich die Aufzeichnung vom Offenen Kanal von der Stadtratsitzung an. Ihrer Meinung nach werde zu wenig über die weiteren angekündigten Sparpunkte gesprochen. So ging Frank Rossau auf den angedachten Verkauf des Vita-Seniorenzentrums ein. Die Frage, warum vor dem Beschluss des Konzeptes nicht geklärt wurde, welche Fördermittel zurückgezahlt werden müssen, beschäftigt den Bürgerbund. Auch der Plan, das Bürgercenter an die kommunale Wohnungsbaugesellschaft zu verkaufen und dann wieder zu mieten, stößt weiterhin auf Unverständnis. Generell wurde am Freitag mehr Transparenz gefordert. Dies schließt den heiß diskutierten Waldverkauf mit ein. „Wir sind grundsätzlich dafür, wollen aber über das Wie sprechen“, so Carsten Brückner. Dazu gehört die Entscheidung, dass das kommunale Personal nicht geringer werden soll. Damit sinken die regelmäßigen Kosten auch nicht. Er sieht die derzeitigen finanziellen Probleme als Konsequenz von jahrelangen Fehlern. Der Salzwedeler war einst selbst Stadtrat und fordert ein generelles Umdenken der Arbeit des Gremiums. So solle, gerade was den Haushalt angeht, mehr Ideen eingebracht, stärker diskutiert und der Verwaltung klare Aufgaben gegeben werden.

Was Bürgermeisterin Sabine Blümel angeht, zeigten die Anwesenden Verständnis für ihre Bestreben, die Finanzsituation in den Griff zu bekommen. Sie vermissen aber Details ihrer Arbeit. Giso Schnöckel schätzte ein, dass es derzeit wie bei einer Betriebsprüfung laufe.

Immer wieder gab es am Freitag kritische Worte zu der Arbeit des Stadtrates. Erika Lahmann zeigte sich verärgert darüber, dass nur Martin Schulz bei den Wanderung des BUND dabei war, als es um den Bürgerholz ging. Dieser ist bekanntlich Bestandteil der Salzwedeler Verkaufspläne. Sie forderte grundsätzlich mehr Interesse der gewählten Kommunalpolitiker.

Von Christian Ziems

Kommentare