Verhandlung am Amtsgericht Salzwedel

Am Boden liegendes Opfer mit Tritten und Schlägen malträtiert

mfr Salzwedel. Eine doppelt gebrochene Nase, starke Prellungen und Schürfwunden im Gesicht sowie 16 teils gesplitterte Zähne waren das Resultat einer Schlägerei vor dem Salzwedeler „Hanseat“.

Dabei hatten zwei Salzwedeler einen 34-Jährigen mit Schlägen und Tritten attackiert, bis das Opfer reglos am Boden lag. Nun musste sich das Duo verantworten.

Das Opfer soll sich an jenem Abend im Januar 2015 sehr aggressiv verhalten und nach einem der beiden Angeklagten gespuckt haben. Was genau den Salzwedeler so in Rage versetzte, blieb bis zum Schluss ungeklärt, da das Opfer, das als Nebenkläger auftrat, keine Erinnerungen mehr an den Vorfall hat.

Vor dem Richtertisch schilderte einer der Angeklagten, bei dem die Polizei in der Tatnacht einen Wert von 2,32 Promille Alkohol feststellte, den Vorfall aus seiner Sicht: „Ich wurde zuerst vom Geschädigten zu Boden gerissen und geschlagen. Da habe ich reflexartig zurückgeschlagen und bin dann weggegangen.“ Kurze Zeit später folgte ihm sein Freund, der gestern ebenfalls auf der Anklagebank Platz nahm. Denn dieser hatte dem Opfer ins Gesicht getreten. Er könne sich bis heute nur an seinen Besuch im „Hanseat“ erinnern. Die Schläge und Tritte schloss er aber nicht ganz aus.

Eine ganz andere Version erzählte die Frau des Opfers: „Beide haben ihn attackiert. Das war wie in einem schlechten Krimi“, sagte sie unter Tränen. Der zweite Angeklagte soll ihren Mann angepöbelt haben, draußen seien beide Angeklagten nach kurzem Gerangel mit Schlägen und Tritten auf ihren Mann losgegangen. „Die Freundin eines Angeklagten hat gerufen, dass es langsam reicht, aber dieser sagte: ,Es reicht noch lange nicht.’ Und hat ihm ins Gesicht getreten“, nannte die Salzwedelerin einige Details. Und gab einen Hinweis: „Die Freundin hat sich mit dem ersten Angeklagten über den Tathergang abgesprochen.“

Die Freundin, eine 25-Jährige, schilderte zum Erstaunen von Richter Klaus Hüttermann den Vorfall mit ähnlichem Wortlaut, wie der Angeklagte zuvor. Er habe nur einmal zugeschlagen, der zweite Angeklagte dagegen habe das Opfer später „wie eine Maschine bearbeitet“. Auch nach dem Hinweis, dass sie sich mit falschen Angaben strafbar machen würde, blieb die 25-Jährige bei ihrer Aussage. Fortsetzungstermin ist am Dienstag, 27. September, ab 9 Uhr.

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