Grünen-Landtagsabgeordnete ist gegen Stadtwaldverkauf in Salzwedel und zeigt Lösungen

Blümel soll Grünes Band nicht untergraben

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Das Grüne Band an der Salzwedeler Stadtgrenze aus der Luft betrachtet.

hob Salzwedel. Dorothea Frederking, stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bündnis 90 /Die Grünen im Landtag, hält den Finger weiter in die Salzwedeler Stadtwald-Wunde.

„Bereits 2005 wurde das 1400 Kilometer lange Grüne Band als einziger existierender nationaler Biotopverbund, an dem neun Bundesländer beteiligt sind, als Nationales Naturerbe eingestuft und 2007 in der Nationalen Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt der Bundesregierung (NBS) als Leuchtturmprojekt hervorgehoben. Im schwarz-rot-grünen Koalitionsvertrag haben wir uns darauf geeinigt das Grüne Band als Nationales Naturmonument auszuweisen. Salzwedels Bürgermeisterin Sabine Blümel sollte dieses Ziel anerkennen und es nicht untergraben“, sagt die Abgeordnete.

Dorothea Frederking.

Sie erkenne zwar die finanzielle Notlage der Stadt, sehe im Verkauf von Bürgerholz und Buchhorst an den meistbietenden Privatmann einen Irrweg. Frederking sieht das Grüne Band unterbrochen und befürchtet, dass Pflegemaßnahmen sowie bisher, die den Erhalt von Lebensräumen sicherstellten, nicht mehr erbracht würden. „Es müssen und können andere Lösungen gefunden werden, um aus dem Wald für die Stadt einen finanziellen Ertrag zu erzielen“, lässt die Landtagsabgeordnete es nicht an deutlichen Worten fehlen. Und blickt dabei auf den BUND und das Umweltministerium, die bereits beide Unterstützung signalisiert haben. Ein Vorschlag ist, das Waldgebiet in Landeseigentum zu überführen.

„Ich fordere Bürgermeisterin Blümel auf, mit dem BUND und dem Land zur Erarbeitung einer Alternative in Beratung zu treten. Nur damit kann eine Waldübergabe an private Hände abgewehrt werden“, erneuert Frederking das Angebot an Blümel. Und verweist auf eine Petition, die bis gestern 46 129 Menschen unterzeichnet haben, die das Grüne Band retten wollen.

Weiter macht die Landespolitikerin deutlich: „Wenn jetzt davon gesprochen wird, dass nur ein geringer Teil des Stadtforstes zum Grünen Band gehöre, so ist das eine verwirrende Augenwischerei. Denn für die ökologische Funktionalität des Grünen Bandes reichen schmale Streifen nicht aus. Nur der gesamte Stadtwald kann die ökologische Wirksamkeit des Grünen Bandes sicherstellen.“ Es sei öffentliches Ziel des Landes wie auch des Bundes, das Grüne Band als durchgängiges Naturgut und als Mahnmal wider des Vergessens (ehemalige innerdeutsche Grenze) zu erhalten, sagt Frederking. Und weiter: „Wer gewillt ist eine Lösung zu finden, wird sie auch finden. Ich bin sicher, dass sowohl der Stadt als auch dem Salzwedeler Stadtforst geholfen werden kann. Allen muss klar sein, dass der ökologische Schatz nur dauerhaft sicher ist, wenn er nicht in private Hände fällt.“

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