Gabriele Gruner wirbt im Kreistag für neues Angebot / Verwaltung prüft

„Bitte seien Sie offen für die Windeltonnen“

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Illegal entsorgte Windeln am Rastplatz nahe Mellin. Das Entsorgen wird von der öffentlichen Hand bezahlt. Windeltonnen könnten das Problem mildern.

Altmarkkreis. Das Thema berühre viele Menschen, griff Gabriele Gruner die Windeltonne bei der Kreistagssitzung am Montagabend auf. Diese gibt es im Altmarkkreis derzeit noch nicht. Geht es nach dem Willen der Partei „Die Linke“ könnte sich dies bald ändern.

Die Fraktionsvorsitzende untermauerte die Forderung, sich intensiv damit zu beschäftigen. „Bitte seien Sie offen für die Windeltonnen“, appellierte die Salzwedelerin in Richtung der Abgeordneten. Im neuen Abfallwirtschaftskonzept, dass am Montag beschlossen wurde, ist von diesem Angebot noch keine Rede. Doch „Die Linke“ will diese Idee vorantreiben, wenn es demnächst um die Gebührensatzung geht.

Gabriele Gruner betonte, dass Windeln nicht nur bei Kindern, sondern auch bei älteren Semestern nötig seien. Um das Entsorgen zu erleichtern, können die speziellen Tonnen genutzt werden. Immer wieder sind in Waldstücken illegal entsorgte Windeln zu sehen. Auch so manch öffentlicher Papierkorb wird zu Lasten der Kommunen dafür genutzt.

In anderen Kreisen gibt es so ein Angebot bereits. Und zwar für alle Haushalte, in denen Kinder oder Pflegebedürftige leben. Ob dies auch im Altmarkkreis passiert ist noch unklar. Landrat Michael Ziche betonte zwar bereits beim Ordnungsausschuss (AZ berichtete), dass das Thema aktuell sei, doch noch fehlen verlässliche Fakten.

Die Verwaltung soll diese nun ermitteln und beim Kreistag im April darstellen, wie das Konzept der Windeltonne im Kreis funktionieren könnte. Während der Sitzung am Montag gab es zum eigentlichen Abfallwirtschaftskonzept keine Fragen mehr. Damit können die dort aufgeführten Punkte Stück für Stück abgearbeitet werden. Neben der geplanten Biotonne (siehe Seite 1) geht es unter anderem auch um die Frage, ob das aktuelle System der Sperrmüllentsorgung noch zeitgemäß ist. Unrat, der zu lange liegen bleibt, sorgt in den Orten teilweise für Unmut. Von den Städten Gardelegen und Kalbe gibt es den Vorstoß, auf ein spezielles Anmeldesystem umzustellen. Wer etwas entsorgen möchte, muss Bescheid sagen und bekommt dann einen Termin. Diese Einwohner müssen dann aber auch zur angegebenen Uhrzeit zu Hause sein und dürfen nichts vorher rausstellen. Die Experten wollen in den nächsten Monaten beide Varianten unter die wirtschaftliche Lupe nehmen. Eine endgültige Entscheidung des Kreistages steht noch aus.

Von Christian Ziems

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