Altmark-Zeitung trifft Merry Christmas im Santa-Claus-Haus in North Pole / Tausende Wunschzettel von Kindern

Zu Besuch beim Weihnachtsmann

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Der für Amerika zuständige Weihnachtsmann ist in dem kleinen Ort North Pole nahe Fairbanks in Alaska zu Hause. Auf der Suche nach dem Weihnachtsmann bekam die AZ eine Audienz bei seiner Gehilfin Merry Christmas (kleines Bild). „Kein Witz“, bestätigt die Dame: Ihre Eltern Con und Nellie Miller nannten sie tatsächlich so.

North Pole / Alaska. Wer nicht an den Weihnachtsmann glaubt, braucht nur die Kinder zu fragen. Die wissen Bescheid: Zwei Herren mit Bart in Rot-Weiß teilen sich weltweit die Arbeit zum Fest. Einer allein kann ja nicht alles schaffen.

Während der europäische Weihnachtsmann im hohen Norden im finnischen Lappland wohnt, ist der für ganz Amerika zuständige Santa Claus in dem kleinen Ort North Pole nahe Fairbanks in Alaska zu Hause.

Dort hat er seine „Kommandozentrale“ und sein Depot. In der ganzen Gemeinde mit 2200 Einwohnern wird das ganze Jahr hindurch Weihnachtsstimmung verbreitet. Der Ort North Pole liegt logistisch äußerst günstig an der „Panamericana“– der längsten Straße der Welt. Sie verläuft über 17 Staaten, vier Klima- und sechs Zeitzonen von Alaska über die USA und Mexiko bis in den Südzipfel Argentiniens und ist rund 30 000 Kilometer lang.

Die Altmark-Zeitung bekam auf der Suche nach dem Weihnachtsmann eine Audienz bei seiner Gehilfin Merry Christmas. „Kein Witz“, bestätigt die Dame: Ihre Eltern Con und Nellie Miller nannten sie tatsächlich so. Con Miller betrieb hier in den 1950er Jahren einen Handelsposten. Er war in Alaska dafür bekannt, dass er für die kleinen Kinder in den Dörfern den Weihnachtsmann verkörperte.

Als er einen Handelsposten in North Pole errichtete, nannte er ihn „Santa Claus House“. North Pole liegt nur 150 Meilen südlich des Polarkreises.

In North Pole traf ich den echten Weihnachtsmann. Er koordiniert jährlich die Wünsche tausender Kinder.

Der AZ erzählt Merry Christmas Miller die Geschichte von der Entstehung des Weihnachtsmann-Hauses: „Als Con und Nellie Miller im Jahr 1949 nach North Pole kamen, hatten sie 1,40 Dollar in bar und zwei hungrige Kinder.“ Doch Con war ein rühriger Geschäftsmann und Bürgermeister dazu. 1972 leitete der Staat den längsten Highway der Welt direkt an seinem Haus vorbei, was den guten Ruf des Weihnachtsmann-Depots und der nördlichsten Weihnachtspost-Station noch verbesserte. Seine Frau Nellie Miller fungierte als Heirats-Kommissar für die Gemeinschaft: Im Weihnachtsmann-Haus trauten sich hunderte von Paaren.

„Hunderttausende Kinder aus aller Welt schicken jährlich ihre Post mit den Wünschen nach North Pole. Die Familientradition der Millers wurde indes von Generation zu Generation weiter gegeben“, so Merry Christmas Miller. „Seit über sechzig Jahren zaubern wir mit unserem Original-Brief von Santa ein Lächeln auf die Gesichter von Millionen von Kindern auf der ganzen Welt“, heißt es im Santa Claus House. Jede Kinderpost wird registriert und natürlich ist jeder Weihnachtsbrief mit der hauseigenen Marke gestempelt: „Weihnachtsmanns amtliche Post“. Alle Briefe erhalten zusätzlich den echten, sehr dekorativen North-Pole-Poststempel.

Und so ist es für tausende amerikanische Familien bereits seit Jahrzehnten Tradition rechtzeitig vor dem Fest einen Brief an den Weihnachtsmann in Alaska zu schreiben. Wenn sich auch mal ein Brief aus Deutschland nach North Pole verirrt, so macht das überhaupt nichts. Er wird trotzdem international beantwortet.

Von Kai Zuber

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