Glänzendes Abschlusskonzert der Altmark Festspiele in der Marienkirche Salzwedel

Beethovens Neunte rockte die Hansestadt

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Die Hansestädter und ihre Gäste feierten Beethovens Neunte Symphonie mit Schillers vertonter Ode „An die Freude“ mit großem Beifall und Freudentränen.

zu Salzwedel. Wenn die Töne der alles überragenden Neunten Symphonie eines musikalischen Halbgottes wie Ludwig van Beethoven auf die zündenden Freiheitsdrangtexte des deutschen Literaturgenies Friedrich Schiller treffen, dann ist so etwas wie ein künstlerischer Urknall vorprogrammiert.

Ja, der viel zitierte „Götterfunke“ sprang am Sonnabend tatsächlich auf das begeisterte Publikum in der Salzwedeler Marienkirche über. Beethovens Neunte rockte die Hansestadt.

Die über 200 Zuhörer in der Marienkirche waren beseelt. Einige hatten Tränen in den Augen.

Das glänzende Abschlusskonzert der Altmark Festspiele vor über 200 Gästen war sogar ein Event von internationaler Bedeutung. Denn sehr sympathisch klang der kaum vernehmbare Akzent des 1971 gegründeten, ukrainischen Dudaryk-Chores beim alles beherrschenden Schlusschor über Schillers Ode „An die Freude“.

Auch wenn einige Zuhörer meinten, Beethovens Neunte lebe ausschließlich von diesem Schlusschor, so wurden die Klassik-Kenner angesichts der Dominanz und musikalischen Perfektion der ukrainischen International New Symphony Orchestra-Philharmonie Lviv (INSO) unter Leitung von Reinhard Seehafer dennoch eines Besseren belehrt.

Dirigent Reinhard Seehafer ließ mit Chor und Orchester die Neunte erstrahlen.

Besonders beeindruckte, wie es Dirigent und Orchester bei perfektem Tempo und Lautstärke gelang, den von Beethoven bewusst gesetzten Spannungsbogen vom ersten Satz (Allegro ma non troppo) über den zweiten (Molto vivace) bis zum Adagio und dem finalen vierten Satz so zu steigern, dass den Zuhörern der Atem stockte, der Mund offen blieb und am Ende sogar Freudentränen flossen. Steffi Lehmann (Sopran), Marie-Luise Dreßen (Alt), Martin Lattke (Tenor) und Szymon Chojnacki (Bass) glänzten als Solisten.

Beethovens Neunte mit dem Chorfinale auf Schillers "Ode an die Freude" wurde mit rund 100 Mitwirkenden als Friedenskonzert aufgeführt und unterstrich das Festspiel-Motto „Friede ist Freiheit in Ruhe“. „Unser Ziel ist es, die Altmark Festspiele in der Region zu etablieren“, warb Mitinitiator Paul-Werner von der Schulenburg. Der fulminante „musikalische Urknall“ brachte dafür die denkbar besten Voraussetzungen. „Freude, schöner Götterfunken“ – Nach diesem Finale gab es anhaltenden Applaus.

Nach solch einem beglückenden Schlusschor gibt es nichts mehr zu sagen – außer Dankeschön! Die Zuhörer fühlten sich beseelt und reich beschenkt. Mehr kann ein Konzert nicht bewirken.

Von Kai Zuber

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