Angeblich wurde für 2015 noch Geld gefunden / Altmark mit gemeinsamer Resolution

Bahnlinien-Aus vorerst abgewendet

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Da gingen alle Hände hoch: Alle 42 Stendaler Kreitagsmitglieder stimmten geschlossen für die Resolution und damit für den Erhalt der Regionalbahnlinien und Haltepunkte.

Altmark. Die auf der Kippe stehenden Bahnlinien und Haltepunkte in der Altmark scheinen vorläufig gerettet zu sein.

Zumindest brachte Landtagsabgeordneter Tilman Tögel (SPD) diese Nachricht aus dem Magdeburger Verkehrsministerium am Donnerstagabend mit in den Stendaler Kreistag. Seiner Fraktion läge eine Information aus dem Ministerium vor, wonach für 2015 doch noch genügend Geld da sei, um die Linien und Haltepunkte zu bedienen.

Einige Mittel seien nicht verbraucht worden, die Energiepreise stiegen nicht so stark wie erwartet, und außerdem seien durch die Neuvergabe des S-Bahn-Netzes Mitteldeutschland Mittel frei geworden und die Deutsche Bahn habe mehr Geld als geplant aufgrund von Verspätungen als Ausgleich an das Land zurückzahlen müssen. Nichtsdestotrotz entstünde 2016 eine millionenschwere Finanzierungslücke.

Vor Tögels Ausführungen hatte sich der Stendaler Kreistag für den Erhalt der Regionalbahnlinien Salzwedel-Stendal und Stendal-Tangermünde ausgesprochen. In einer einstimmig verabschiedeten Resolution votierte der Kreistag weiterhin dafür, dass die Haltepunkte Steinfeld, Kläden, Brunau-Packebusch und Pretzier nicht geschlossen werden. Eine gleichlautende Resolution will demnächst auch der Salzwedeler Kreistag verabschieden. Stendals Landrat Carsten Wulfänger begrüßt ausdrücklich, dass sich der Altmarkkreis der Resolution anschließen will.

Eine Einstellung der Linien und Schließung der Haltestellen würde Berufspendler, Schüler, ältere Menschen und Touristen besonders treffen und die Lebensqualität in der Altmark erheblich senken, heißt es in der Begründung. Die Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde Bismark, Verena Schlüsselburg, betonte vor dem Kreistag, dass auf ihrem Territorium drei Haltepunkte von den Sparmaßnahmen betroffen wären – Meßdorf ist bereits beschlossene Sache (AZ berichtete).

Bislang war von einer Abbestellung der Strecke Stendal-Tangermünde sowie der Regionalbahnlinie Stendal-Salzwedel und von den vier Haltepunktschließungen schon ab dem kommenden Jahr die Rede. Hintergrund ist, dass der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA) 31 Millionen Euro fehlen, die das Land dem Verkehrsministerium aus Regionalisierungsmitteln des Bundes weniger zuweist. Seite 8

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