Details zur erweiterten Bombecker Biogasanlage vorgestellt / Vierter Behälter / Abriss der Ruinen

Ausbaupläne am Ortsrand

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Die derzeitige Biogasanlage Bombeck von der Kreisstraße aus gesehen: Nördlich der drei vorhandenen Gärrestbehälter soll ein größerer vierter gebaut werden. Die Ruinen sollen verschwinden. Weil dort beispielsweise Fledermäuse hausen könnten, gibt es Verpflichtungen zum Artenschutz.

Bombeck / Osterwohle. Die Pläne zum Ausbau der Bombecker Biogasanlage sind am Mittwochabend während der Ratssitzung im Osterwohler Dorfgemeinschaftshaus vorgestellt worden.

Planer Henrik Böhme erläuterte dem Rat um Ortschef Jürgen Bangemann sowie einem interessierten Einwohner die Details.

Die Biogasanlage versorgt mittlerweile neben den örtlichen Schweineställen auch das Dorf Osterwohle mit Energie. Ein sogenannter Bebauungsplan soll entsprechend notwendige Erweiterungs-, Ertüchtigungs- und Umstrukturierungsmaßnahmen ermöglichen. „Sonst dürften Sie nicht mal mehr einen Motor austauschen“, meinte Henrik Böhme zu seinen Zuhörern über die Ist-Situation. Auch hätten sich einige Gesetze geändert, sodass die Anlage nun insgesamt planerisch abgesichert werden müsse.

Wann der Spatenstich erfolgt, konnte durch die Verantwortlichen noch nicht näher bestimmt werden. Es müssen noch Verträge ausgehandelt und Genehmigungsverfahren durchlaufen werden, erfuhr die AZ. Außerdem müssen die Pläne öffentlich ausgelegt werden, was – so war zu hören – wohl frühestens im November der Fall sein könnte. Mit einem Baubeginn ist daher nicht vor dem kommenden Jahr zu rechnen, hieß es auf Nachfrage.

Die Biogasanlage, die an einer Straße südöstlich von Bombeck liegt, soll einen vierten Gärrestbehälter bekommen. Dieser ist gasdicht abgedeckt und mit einem Durchmesser von zirka 40 Metern geplant. Damit würden sowohl das Gasspeichervolumen erhöht als auch Umweltauflagen, insbesondere der vorgeschriebenen Lagerung von Gärresten, bedient werden. Im Falle einer Havarie sorgt ein noch zu errichtender Wall dafür, dass austretendes flüssiges Substrat kontrolliert abläuft. Dieses würde nach Einschätzung von Henrik Böhme über die Straße zum Silolager fließen und nicht nach Osten zwischen die Bäume und zu den dortigen Häusern.

Um die Anlage besser ins Landschaftsbild einzubetten, beschrieb der Planer die vorgesehenen Grünflächen mitsamt Bäumen und Hecken. Auch der Artenschutz spiele eine Rolle. Die Ruine, die im Zuge des Anlagenausbaus abgerissen werden soll, könnte nämlich derzeit Fledermäuse beherbergen, wie Henrik Böhme erklärte. Um aber einer langwierigen Untersuchung auszuweichen, bestünde für den Betreiber, der Osterwohler Biogas GmbH, die Möglichkeit, von vornherein für Ausweichbehausungen zu sorgen.

Für die Bombecker Biogasanlage soll ein zweites Blockheizkraftwerk errichtet werden. Der Planer gab 300 Meter Abstand zwischen diesem und den nächsten Häusern an. „Da hören Sie nichts mehr.“

Durch den zusätzlichen Gärrestebehälter soll zudem keine relevante zusätzliche Geruchsbelästigung auf die Bombecker zukommen, versprach Henrik Böhme. Das meiste komme ohnehin von der Schweinemastanlage.

Von Jens Heymann

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