„Mein Wille ist ungebrochen“ / Enttäuschte Oberbürgermeisterin bezieht Stellung zu Haushaltsauflagen

Aufsicht sagt nein zu Bahnhof: Danicke will weitermachen

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Salzwedels Bahnhof wurde zum Knackpunkt für die Haushaltsgenehmigung durch die Kommunalaufsicht.

Salzwedel. Nachdem Sabine Danicke am Mittwoch in Hauptausschuss und Stadtrat in Sachen Haushaltsgenehmigung passen musste (wir berichteten), meldete sich die Oberbürgermeisterin gestern zu Wort.

Und bestätigte die von einigen Stadträten offen ausgesprochenen Vermutungen: „Erwerb und Revitalisierung des Bahnhofes, eines der wichtigsten Eingangstore der Hansestadt, sollen nach dem Willen der Kommunalaufsicht nicht zustande kommen.“

Das ärgert Danicke, zumal sich der Marketingausschuss am Montag mit sechs zu drei Stimmen für das Projekt ausgesprochen hatte. „Es ist für mich als Oberbürgermeisterin sehr enttäuschend, wenn der sichtbare Wille der Bevölkerung, welcher Ausdruck in den Entscheidungen der gewählten Volksvertreter findet, keinen Widerhall findet“, sagt Danicke. Und ergänzt: „Ein Bahnhof ist das erste und bei der Abfahrt auch das letzte, was man von der Hansestadt sieht. Und es bleibt im Gedächtnis – derzeit leider eher negativ.“

Apropos abgefahren: Wie hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Wahlkampfauftritt in Baden-Württemberg bereits 2011 bemerkt: Die einstige Hansestadt, eine mittelalterliche Metropole, liege heute im Schatten der Weltgeschichte. Salzwedel hat zwar einen Bahnhof, aber habe den Anschluss verpasst. Doch Sabine Danicke will in Sachen Bahnhof nicht lockerlassen: „Mein Wille, mit aller Kraft und aktiv das Projekt voranzubringen, ist ungebrochen.“

Wie dem auch sei: Der Salzwedeler Haushalt 2015 und der Liquiditätskredit sind von der Kommunalaufsicht genehmigt worden. Nun muss der Stadtrat mit den Auflagen leben. Und: Es soll weiter gespart werden.

Von Holger Benecke

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