Dährer wird bei zwei Allgemeinmedizinern abgewiesen / Volle Praxen im Altmarkkreis

Aufnahmestopp bei Hausärzten

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Dringend gesucht: Allgemeinmediziner, die in der Altmark eine Praxis übernehmen wollen. Der Arztmangel nimmt zu.

Altmark. Erst in Diesdorf, dann in Henningen: Matthias Rummelfanger aus Dähre wurde gestern bei zwei Hausärzten nicht untersucht. „Wir haben Aufnahmestopp“, hieß es bei einer Ärztin, die er aufgrund langanhaltender Bauchschmerzen aufsuchen wollte.

Zum Schluss sollte er bis nach Salzwedel fahren, da holte sich der Dährer prophylaktisch selbst Medikamente in der Apotheke.

Der Hausarztmangel nach der Schließung einer Praxis in Dähre entwickelt sich in der Region zu einem größeren Problem. „Wir sind in unserem Einzugsbereich nur noch zu dritt“, stellt die Allgemeinmedizinerin Dr. Astrid Quiring aus Henningen fest.

Ist ein Aufnahmestopp rechtlich überhaupt erlaubt, wollte die AZ von der Ärztekammer in Magdeburg wissen? „Ja“, antwortete deren Pressesprecher Tobias Brehme. „Nur eine gewisse Anzahl von Patienten kann ein Arzt sorgfältig behandeln“, erklärte Brehme. Bei Notfällen seien die Ärzte aber natürlich zur Behandlung verpflichtet. Die Probleme bei der hausärztlichen Versorgung seien bekannt, doch sei dafür die Kassenärztliche Vereinigung (KV) zuständig. Eine Stellungnahme der KV gab es gestern nicht.

Prof. Willi Grunewald, Dährer Ratsmitglied, berichtete von regelmäßigen Gesprächen mit der KV. „Die Verhandlungen laufen, doch noch ist nichts entschieden“, wartet auch Grunewald auf die Wiedervergabe der Praxis in Dähre.

Darauf wartet auch Dr. Astrid Quiring. „Wir können keinen Patienten mehr aufnehmen“, erzählt die Ärztin im Gespräch mit der Altmark-Zeitung. Bei ihr gehören 13 bis 14 Stunden-Tage zum Alltag. Schon morgens um 7 Uhr sitzen bei der Hausärztin mehr als 15 Patienten im Wartezimmer. „Und diese Zahl nimmt im Tagesverlauf selten ab“, erzählt Quiring. „Das ist schon heftig“, betont die Henninger Ärztin, die zudem regelmäßig im Notdienst unterwegs ist. Auch hier gibt es lange Wege. Der Einzugsbereich erstreckt sich mittlerweile bis Arendsee.

Von David Schröder

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