Kein Leck an der Konstruktion

Aufatmen an der B 190: Tanklaster mit Hebekissen aufgerichtet 

+
Mithilfe von Hebekissen konnte der havarierte Tanklaster ohne große Zwischenfälle wieder aufgerichtet werden. Schnell war klar: Gefahr durch austretendes Gas besteht nicht.

Ritzleben. Aufatmen auf der Bundesstraße 190 zwischen Ritzleben und Pretzier: Bereits gestern Mittag stand der mit Propangas gefüllte Tanklaster wieder auf seinen Rädern.

Viel wichtiger für Einsatzleiter Christian Steger war jedoch: „Die Armaturen sind nicht beschädigt worden, deswegen besteht für die Einsatzkräfte auch keine Gefahr durch austretendes Gas.“

Dass bis zu diesem Zeitpunkt von einer sehr viel gefährlicheren Lage ausgegangen werden musste, wurde durch Christian Steger deutlich. Er brach als Leitsachverständiger vom Flüssiggassicherheitsdienst in den frühen Morgenstunden aus Stuttgart auf, um als Fachmann die Einsatzleitung vor Ort zu übernehmen. Steger zeigte sich nach erster getaner Arbeit zufrieden: „Mithilfe von Hebekissen wurde der Laster ohne Zwischenfälle wieder aufgerichtet.“

Anschließend musste der Kran, der das Gefährt zunächst auf der linken Seite stützte, auf die rechte Seite umgesetzt werden. Von dort wurde der Lkw vom angrenzenden Grünstreifen und Fahrradweg wieder zurück auf die Straße gezogen. Erst jetzt pumpten die Einsatzkräfte den hochexplosive Inhalt in das Ersatzfahrzeug um. „Das war die Schwierigkeit in diesem Fall. Dadurch, dass die Armaturen zuvor für uns nicht erreichbar waren, konnten wir den Tank auch nicht leeren“, erklärt Steger weiter. Auch nach dem Abpumpen ging man vor Ort auf Nummer sicher und spülte die Konstruktion mit Stickstoff. „So können wir wirklich sicher sein, dass sich kein Gas mehr im Tank befindet“, beschreibt Steger. Der beschädigte Laster mit polnischem Kennzeichen verbleibt nun auf dem Betriebshof des Bergungsunternehmens. Dort will die Polizei erste Untersuchungen vornehmen. Bevor sich Christian Steger gestern eine erste Verschnaufpause vor Ort mit Bockwurst und Kaffee gönnte, verkündete er: „Ich bin optimistisch, dass wir das bis heute Abend schaffen und die Straße wieder freigegeben werden kann.“

Von Melanie Friedrichs

Schwierige Bergung: Unfall mit Gefahrengut-Lkw im Altmarkkreis

Kommentare