Landrat will Hilfesuchende auf den gesamten Altmarkkreis verteilen

Asyl: Mehr Wohnungen nötig

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Blick in eine Küche der Gemeinschaftsunterkunft Salzwedel. Die Kapazitäten reichen insgesamt nicht mehr aus, die Unterkünfte für die Flüchtline werden knapp.

Salzwedel. Salzwedel, Gardelegen und Kalbe – in diesen drei Städten werden derzeit Asylbewerber und weitere Flüchtlinge untergebracht. Da die Wohnungen knapp werden, geht der Blick nun auch verstärkt in die Kommunen Klötze, Beetzendorf-Diesdorf und Arendsee.

Landrat Michael Ziche kündigte gestern eine Gesprächsrunde mit Bürgermeistern und Vereinen für Anfang 2015 an. Dabei gehe es auch darum, wie eine „Willkommenskultur“ geschaffen werden kann. Der Landrat lobte die Stadt Gardelegen, die einen ehrenamtlichen Integrationsbeauftragten anstrebt.

Bislang hat der Kreis 2014 insgesamt 356 Hilfesuchenden Zuflucht geboten, bis Ende des Jahres werden es wohl knapp 400 sein. Für 2015 wird derzeit von weiteren 450 Kindern, Frauen und Männern ausgegegangen. Die derzeitigen Unterkünfte reichen wohl nur noch bis März. Dabei hat der Kreis in Gardelegen einen kompletten Block mit 27 Wohnungen erworben. Doch nicht nur die Unterkunft spielt eine Rolle. Auch im sozialen Bereich gibt es Unterstützung. So zum Beispiel im Bereich der Kindererziehung. „Wir haben es mit unterschiedlichen Kulturkreisen zu tun. Aber hier gelten deutsche Gesetze“, unterstrich Michael Ziche. Dazu gehört die Schulpflicht. In Gardelegen gebe es Probleme, da alle Kinder von Asylbewerbern in eine Grundschule gehen. Dies soll geändert werden. Zudem appelierte der Landrat an das Land, denn Schulleiter können bisher nur immer Anfang eines Jahres Bedarf für zusätzliche Stunden wie Deutschunterricht anmelden. Doch dann sei die Zahl der neu hinzukommenden Kinder noch nicht absehbar. „Das Land muss mehr Flexibilität beweisen“, appellierte Michael Ziche.

Von Christian Ziems

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