Vier junge Männer im Visier der Staatsanwaltschaft

Anklage wegen rechter Schmierereien

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Einen Tag, nachdem Salzwedel mit rechten Schmierereien überzogen worden war, war der Bauhof im Dauereinsatz.

hob Salzwedel / Stendal. Die Staatsanwaltschaft Stendal hat Anklage erhoben – nun läuft ein so genanntes Zwischenverfahren. Es geht um vier junge Männer im Alter von 19 bis 22 Jahren aus Salzwedel, Henningen, Wallstawe und Diesdorf.

Ihnen wird zur Last gelegt, in der Nacht zum 3. Oktober 2013 (Tag der Deutschen Einheit) an 44 Tatorten in der Hansestadt Salzwedel geschmiert zu haben. Neben dem Vorwurf der Sachbeschädigung geht es vor allem um den Tatbestand des Verwendens von Symbolen verfassungsfeindlicher Organisationen.

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Derzeit liegt die Anklage bei der Jugendrichterin am Salzwedeler Amtsgericht. Wann und ob ein Prozess eröffnet wird, ist noch offen. In einem Zwischenverfahren werde geprüft, ob die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft eine mehr als 50-prozentige Chance haben, um eine Verurteilung zu erreichen, erläuterte Dr. Michael Steenbuck, Pressesprecher am Landgericht Stendal. Das Ganze geschehe, „um eine unnötige Stigmatisierung der Beschuldigten zu vermeiden“, so Steenbuck weiter. Erst nach diesem Zwischenverfahren werde entschieden, ob ein Prozess überhaupt eröffnet wird. Wenn, dann wird auf Grund des Alters des einen Beschuldigten vor dem Jugendschöffengericht verhandelt – dann aber öffentlich.

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