Angler beklagen gemeinschaftliche Jagderfolge der schlauen Vögel / Kolonie kommt aus Magdeburg

Angler klagen: Kormorane fischen die Jeetze leer

+
Flachwasser in der Jeetze: Bei Ebbe haben die gefräßigen Kormorane leichtes Spiel. Die Vögel jagen nach einem ausgeklügelten Plan in Gruppen und machen den Fischen das Leben schwer. Die gefiederten Tiere kommen aus der Gegend von Magdeburg in die Altmark.

Salzwedel / Kuhfelde. Eine 50 bis 100 Vögel starke Kolonie von Kormoranen fischte in den vergangenen Monaten ganze Abschnitte der Jeetze leer. Die Kuhfelder Angler um Vereinschef Ronald Gracz beklagen den gemeinschaftlichen Jagderfolg der ungemein schlauen schwarzen Vögel.

„Die Kolonie kommt aus der Gegend von Magdeburg-Rothensee und macht unseren Fischen hier das Leben schwer. Die Vögel jagen in Gruppen. Die eine Gruppe treibt dann die Fische regelrecht der anderen Kormoran-Gruppe in die gefräßigen Schnäbel“, beschreibt Gracz die ausgeklügelte Taktik der schwarzen Räuber.

Kein Schuppentier ist vor den Kormoranen sicher. Besonders einfach ist die Jagd für sie, wenn die Jeetze nur Flachwasser führt. „Deswegen müssen wir gemeinsam mit den Verantwortlichen in der Landwirtschaft eine kluge Lösung finden, wann welche Wehre im Fluss entlang der entsprechenden Staustufen gezogen werden und wann nicht“, so der Mann vom örtlichen Anglerverein Jeetzetal in Kuhfelde. Mit der Regulierung der Wehre kann die Wassertiefe im Fluss korrigiert werden.

Ganz besonders schlimm ist die Invasion der Kormorane von Oktober bis Mai. „Im Moment herrscht etwas Ruhe, aber die schlauen Vögel entsenden regelmäßig fliegende Kundschafter, die die Kolonie dann dahin führen, wo noch mehr Fisch zu holen ist“, erklärt Ronald Gracz, der auch schon Landrat Michael Ziche von diesem Problem der Angler in Kenntnis hat.

Auch Schreckschüsse auf die Kormoran-Gruppe wurden bereits abgegeben. Doch der Erfolg solcher Aktionen ist zeitlich begrenzt. Aber die Kormorane sind nicht das einzige Problem an der Jeetze: Das Gewässer droht zudem zu verkrauten.

Es gibt offenbar zu viele Nährstoffe und zu wenig Wasser: Paddler vom Tourismusverein Beetzendorf machten bereits auf den Fall aufmerksam. Naturschützer haben auch eine Vermutung:: Die landwirtschaftlichen Nährstoffeinträge durch Düngung entlang der Gewässer sind mitunter zu hoch. Mit verheerenden Folgen: Die Zunahme des Pflanzenwuchses in den ohnehin sehr langsam fließenden Gewässern bewirkt, dass die Flüsse sauerstoffärmer werden. Wird beispielsweise ein Acker dicht an den Gewässern gedüngt und folgt kurz darauf ein starker Regen, so kann es passieren, dass dann große Mengen an Nährstoffen in die Flüsse und Bäche gespült werden.

Von Kai Zuber

Kommentare