Nach den Fischen verschwinden Stau und Betonplatten

Angezogen und ausgesetzt in der Dumme am Tierpark

+
Volker Schmidt (links) und Marco Jede fischten gestern mittels Strom in der Dumme. In den Kescher ging beispielsweise die Querder, also Larve, eines insgesamt seltenen Bachneunauges. 

Salzwedel. „Über den Steinbeißer und das Bachneunauge habe ich mich gefreut“, meint Marco Jede. Er war gestern mehrere Stunden mit seinem Kollegen Volker Schmidt durch die Dumme am Tierpark gestapft.

Das Ziel der Mitarbeiter des Büros für Umweltplanung aus Wernigerode: Die Fische in der Dumme.

Im Zuge der Renaturierung des Flusses wird der Tierpark-Stau abgerissen, und die Betonplatten an den Seiten des Flusses verschwinden – vorher mussten jedoch die Flussbewohner umziehen.

Die Fische wurden dokumentiert und ausgemessen. Einige per Auge, einige per Maaßbrett.

13 verschiedene Fischarten sowie der amerikanische Flusskrebs gingen in die Kescher. Der Steinbeißer und das Bachneunauge seien selten und der Bestand geschützt, erklärte Jede das besondere Vorkommen. Angelfreunde aus Salzwedel, die die Aktion vom Flussufer begleiteten, freuten sich über das Vorkommen einiger Bachforellen und Aale. Sie hoffen, dass sich die Renaturierung positiv auf den Forellenbestand in der Dumme, die vor vielen Jahren noch bekannt für ihren Fischreichtum war, auswirkt.

Marco Jede und Volker Schmidt waren mit Strom im Gepäck unterwegs. Bei der Elektrofischerei schwimmt ein Minuspol im Fluss, der Pluspol wird am Kescher befestigt. Die Fische werden dadurch vom Kescher angezogen und kurzzeitig leicht betäubt. Gleich danach wurden die Flussbewohner im unteren Dummelauf wieder ausgesetzt – nachdem die Abfischer ihr Vorkommen und ihre Größe schriftlich festgehalten hatten. Auf den letzten Metern ging ihnen dann noch ein Hecht ins Netz, 50 Zentimeter groß. „Genau der hatte noch gefehlt“, schmunzelten die Angelsportler vom Flussufer.

Von Birte Grote

Kommentare