Kommission sucht ab 2017 bundesweit nach geeigneten Regionen / Vorbereitungen laufen

Altmarkkreise und CO2-Gegner bei Atommüllendlager-Planungen

Salzwedel / Stendal. Das Thema an sich sorgt schon für Brisanz. Es geht um die bundesweite Suche nach einem Atommüll-Endlager. Daran sind seit Herbst vergangenen Jahres auch der Altmarkkreis Salzwedel und der Landkreis Stendal beteiligt.

Allerdings ging es bei drei so genannten Workshops mit Vertretern aus ganz Deutschland noch nicht um einen möglichen Standort eines Endlagers, sondern noch steht die Frage nach dem Suchverfahren im Mittelpunkt. Nichtsdestotrotz: mit Beteiligung der beiden Altmarkkreise.

„Das jüngste Treffen hat am 15. Januar in Kassel stattgefunden“, berichtet Herbert Halbe, Leiter des Amtes für Wasserwirtschaft und Naturschutz im Altmarkkreis. Neben Halbe war auch Christfried Lenz von der Bürgerinitiative „Kein CO2-Endlager Altmark“ in die breit angelegte Gesprächsrunde involviert. Eingeladen hatte dazu die Bundeskommission zur Vorbereitung der Lagerung hoch radioaktiver Abfälle. Allein der Name sorgt bei Altmärkern aufgrund der Nähe zu Gorleben oder den Gerüchten um den Salzstock bei Waddekath für ein lautes Klingeln in den Ohren.

Herbert Halbe relativierte im AZ-Gespräch. „Es wurde bisher zunächst die Verfahrensweise diskutiert“, berichtet der Altmärker von drei Treffen, bei denen aus seiner Sicht rund drei Viertel aller Landkreise aus Deutschland vertreten waren. „Und zwar alle, in denen es Ton-, Salz- und Granitvorkommen gibt“, so Halbe, der sich über die Einbeziehung von Salzstöcken dennoch wundert, denn: „Es ist ja schon ein bisschen eigenartig, da man mittlerweile ja weiß, dass Gorleben kein Vorzeigeobjekt ist.“

Der Leiter des Naturschutzamtes des Altmarkkreises betont aber: „Man hat viel gelernt.“ Dies bezieht er auf aus seiner Sicht offen geführte Diskussionen bei den Treffen und das frühzeitige Einbeziehen vieler lokaler Akteure. Dies habe er auch beim jetzigen Stand erwartet. „Bis ein Standort gefunden ist, werden sich alle einig sein. Dann wirds wohl schwieriger“, meinte Halbe. Wo die beiden Altmarkkreise stehen, ist dabei noch unklar.

Von Seiten des Landkreises Stendal war Steffen Kunert, Geschäftsführer der Regionalen Planungsgemeinschaft Altmark, bei einem der Workshops dabei. Für den Landkreis wurde deutlich, dass die Öffentlichkeit bei der Suche nach einem Endlager in großem Umfang einbezogen werden sollte. Aus diesem Grund hatte Landrat Carsten Wulfänger beim Kreistag darauf hingewiesen (AZ berichtete).

Der vom Bund vorgegebene Zeitplan ist noch voller Unwägbarkeiten. Ziel ist Ende 2016 / Anfang 2017 ein Bundesgesetz zum Festschreiben des Suchverfahrens. Danach sollen fünf Regionen gebildet werden, ehe die möglichen Gebiete weiter eingeschränkt werden. Die tatsächliche Suche werde nach Auskunft der Kommission zur Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe erst Ende 2017 / Anfang 2018 beginnen. Bis 2031 soll ein Standort gefunden sein, eine Inbetriebnahme ist nicht vor 2050 geplant. Letztendlich entscheiden trotz Einbeziehens einer breiten Masse an Akteuren und Verantwortlichen aber die geologischen Gegebenheiten.

Von David Schröder und Kai Hasse

Rubriklistenbild: © dpa

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