"Gegen Feuer und Feinstaub" / Noch keine Patentlösung

Altmarkkreis will privates Verbrennen von Grünabfällen regulieren

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Der Altmarkkreis Salzwedel erlaubt großzügig das private Verbrennen von Gartenabfällen. Doch dies soll nach dem Willen von Verwaltung und Abgeordneten stärker reglementiert werden.

Altmarkkreis. Abgeordnete und Kreisverwaltung wollen eine Regelung für das private Verbrennen von Gartenabfällen erarbeiten.

Der Altmarkkreis Salzwedel sei der Einzige, der dies noch weitgehend ungebremst zulässt, erklärte Landrat Michael Ziche zu Beginn des jüngsten Ordnungs- und Umweltausschusses.

Der Berliner Abfallentsorgungsexperte Rüdiger Oetjen-Dehne, der während derselben Sitzung am Donnerstagabend in der Salzwedeler Kreisverwaltung über das Abfallwirtschaftskonzept informierte, untermauerte dies mit Zahlen. So würden jährlich bis zu 1700 Tonnen Abfälle verbrannt werden. Mit der Folge, dass die Feinstaubbelastung in der Region ansteigt und das Verbrennen darüber hinaus immer wieder zu einem Ärgernis zwischen Nachbarn wird, so Oetjen-Dehne.

Eine Patentlösung konnte der Experte nicht bieten. Mögliche Alternativen zum Pflanzenabfallverbrennen seien die geplante Biotonne oder Annahmestellen für Grünabfall.

Während des Ausschusses wurde auch über restriktivere Maßnahmen wie das Einschränken oder gar das Verbieten der privaten Grünresteentsorgung durch die Flamme nachgedacht. Doch hierbei sahen die Ausschussmitglieder einige Nachteile. Würde beispielsweise das Verbrennen auf einen Wochentag beschränkt werden, käme es genau dann zu einer massiven Feinstaubbelastung. Dürften Privatpersonen gar nichts mehr verbrennen, würden wohl die Osterfeuer – die im Übrigen von der Diskussion nicht betroffen sind – um eben jene Abfälle anwachsen. Beides ist nicht gewollt.

Landrat Ziche wisse noch nicht, welches der beste Weg sei. Er ist sich aber sicher: „Wir müssen uns dieser Frage stellen.“

Von Jens Heymann

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