Knochenmark-Datei der Uniklinik Magdeburg ruft zu Spenden auf

Altmärker ohne Angst vor dem kleinen Piekser

+
Eine Typisierung tut nicht weh. Das beweist auch AOK-Landesrepräsentant Henry Saage, der sich von Prof. Marcell U. Heim und Schwester Iris Jahns pieken lässt.

Magdeburg / Altmark. Wenn es ums Leben retten geht, sind Altmärker spitze. Und sie haben keine Angst vor einem kleinen Piekser.

„Wir haben sehr gute Erfahrungen mit Außenterminen in Salzwedel und Stendal gemacht“, schwärmt Prof. Marcell U. Heim, Leiter des Institutes für Transfusionsmedizin der Uni-Klinik Magdeburg. Bei den Aktionen ging es darum, möglichst viele Menschen zu typisieren, um sie als Stammzellenspender für Blutkrebspatienten zu gewinnen.

Die Schüler der Berufsschule Salzwedel hätten sich bei dem Thema besonders engagiert und sogar T-Shirts mit dem Stammzellenspende-Logo gemacht. Rund 5,6 Millionen Bundesbürger sind als Stammzellenspender registriert. In wenigen Jahren wird ein Großteil davon aus den Datenbanken gelöscht, weil sie die Altersgrenze erreicht haben. Neue, jüngere Spender können nur über solche Typisierungen aufgenommen werden.

Doch diese kosten 50 Euro pro Fall, wofür die Organisatoren auf Spendengelder angewiesen sind. Daher finden solche Aktionen nicht so häufig und in Sachsen-Anhalt meist an den Kliniken Magdeburg oder Halle statt. Um mehr Typisierungsaktionen zu finanzieren und weitere Außentermine auch in der Altmark zu ermöglichen, haben die Krebsgesellschaft Sachsen-Anhalt, der Verein Miteinander-Füreinander und die AOK Sachsen-Anhalt ein Spendenkonto eingerichtet.

„Jedes Jahr sterben fast 7000 Menschen an einer Form von Blutkrebs (Leukämie). Allein in Sachsen-Anhalt waren es 283 Menschen im Jahr 2012“, weiß Traudel Gemmer, Vorsitzende des Vereins Miteinander-Füreinander. Die lymphatische Leukämie sei besonders bei Kindern die am weitesten verbreitete Krebsart. Jede Knochenmarkspende kann Leben retten. „Wird ein passender Spender gefunden, übernehmen wir zudem für unsere Versicherten alle Kosten, die damit verbunden sind, seien es die ärztliche Behandlung, Entgeltausfall oder die medizinische Nachsorge“, sagt Henry Saage, Landesrepräsentant der AOK Sachsen-Anhalt.

Geldspenden können ab sofort auf das folgende Konto überwiesen werden: Miteinander-Füreinander e.V., IBAN: DE 59 1203 0000 1020 055 339, Verwendungszweck: Typisierung. Weitere Informationen zum Thema Typisierung und Stammzellenspende gibt es beim Zentralen Knochenmark-SpenderregisterDeutschland: www.zkrd.de. Schulen, Unternehmen oder Verwaltungen, die bei sich eine Stammzellentypisierungsaktion organisieren möchten können sich an das Institut für Transfusionsmedizin, Telefon: (03 91) 67 13 939 wenden.

Von Christian Wohlt

Kommentare