Gesundheitsreport ergibt starken Anstieg bei psychischen Erkrankungen

Altmärker erkranken häufiger

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Altmärker besuchten im Jahr 2013 um 0,5 Prozent häufiger den Arzt als im Jahr 2012. Besonders stark angestiegen sind psychische Erkrankungen. Die machen mittlerweile einen Anteil von 11,8 Prozent aus.

Salzwedel. „Es gibt deutlich mehr Kranke und mehr Ausfalltage“, lautet das Fazit von Diana Sode, Chefin des DAK-Gesundheitszentrums Salzwedel über die Ergebnisse des DAK-Gesundheitsreportes für das Jahr 2013.

Diese Tendenz fällt bundes- und landesweit mit einem Anstieg um 0,2 Prozent im Vergleich zum Altmarkkreis Salzwedel und Landkreis Stendal allerdings niedriger aus. In der Altmark waren die Leute im Vergleich zum Jahr 2012 um 0,5 Prozent häufiger krank. Die Krankheitsquote stieg damit auf 5 Prozent. Trotz des hohen Anstiegs liegt der Krankenstand in Sachsen-Anhalt weiterhin im Mittelfeld.

Die häufigsten Krankheiten sind dabei mit Abstand Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems (24,9 Prozent), wie etwa Rückenschmerzen, gefolgt von Verletzungen (15,9 Prozent) und Erkrankung des Atmungssystems (15,2 Prozent).

Psychische Erkrankungen werden häufiger

Besonders auffallend ist der starke Anstieg an psychischen Erkrankungen. Seit 2000 gibt es eine Steigerung um mehr als 185 Prozent. Diana Sode geht davon aus, dass psychische Erkrankungen nicht unbedingt häufiger auftreten, sondern die Gesellschaft für dieses Thema besser sensibilisiert ist. „Wenn man bei Krankheiten einen Psychiater empfiehlt, wird man nicht mehr ganz geschockt angeschaut“, erzählt Diana Sode aus ihren Erfahrungen in Kundengesprächen. Auch bei anderen häufigen Krankheiten sieht sie oftmals psychosomatisch Gründe. „Chronische Rückenschmerzen oder Magenschmerzen sind oftmals stressbedingt“, weiß Diana Sode und rät dazu, sich rechtzeitig um Präventionsmaßnahmen zu bemühen.

Bei einem Blick auf die Länge der Fehlzeiten machen die Langzeitarbeitslosen nur einen geringen Teil aus. 4,2 Prozent der Menschen sind mehr als 43 Tage lang krank.

Krankheiten durch „Rushhour“

Ein Schwerpunkt, den die DAK untersucht hat, war die Altersgruppe der 25 bis 40-Jährigen und die „Rushhour des Lebens“. Darunter versteht man den Glauben, dass Männer und Frauen in diesem Alter alles erreichen sollten: Heiraten, Kinder kriegen und erfolgreich im Job sein, was zu Stresssituationen führen könnte.

Die Befragungen ergaben, dass Männer und Frauen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren nicht häufiger krank sind. „Das kann jedoch darüber hinwegtäuschen, dass Krankheitssymptome nur aufgeschoben werden“, warnt Diana Sode davor, Krankheiten nicht ernst zu nehmen und stattdessen zuverschleppen. Denn die Ergebnisse zeigen, dass 40 bis 65-Jährige deutlich häufiger krank sind. Am häufigsten erkranken Leute in diesem Alter an Erkältungen, gleich danach folgen Rückenschmerzen und auch Reaktionen auf schwere Belastungen und depressive Episoden kommen häufig vor.

Ein weiteres Ergebnis des Gesundheitsreportes ist, dass Frauen mit Kindern sich nicht stressbelasteter fühlen als Frauen ohne Kinder. Allerdings gibt fast die Hälfte aller Frauen an, dass sie ohne Kinder beruflich weiter gekommen wären. Hier stünden Arbeitgeber mit familienfreundlichen Arbeitsplätzen in der Pflicht, „Eine Betriebskita oder eine Kindernotfallbetreuung können kleine Betriebe aber nun mal nicht immer leisten“, so Diana Sode.

Von Birte Grote

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