Grünen-Politiker Franke gibt Kontra

Stadtwaldverkauf: „Alte Männer“ sollen sich entschuldigen

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Die vier Fraktionschefs Peter Fernitz (CDU), Ute Brunsch (Linke), Norbert Hundt (SPD /„Für Salzwedel“) und Wolfgang Kappler (Salzwedel-Land) hatten die Attacken aus dem Stadtrat auch während der Pressekonferenz am Dienstag gegen die Grünen geritten.

hob Salzwedel. Wie zu erwarten, reagiert Salzwedels Stadtrat Christian Franke (Grüne / Bürgerbund) auf die Vorwürfe gegen sich.

Christian Franke.

Die vier Fraktionschefs Peter Fernitz (CDU), Ute Brunsch (Linke), Norbert Hundt (SPD /„Für Salzwedel“) und Wolfgang Kappler (Salzwedel-Land) hatten die Attacken aus dem Stadtrat auch während der Pressekonferenz am Dienstag gegen die Grünen geritten (wir berichteten). „Herr Kappler und Herr Fernitz werfen mir Fehlinformationen vor. Damit liegen sie falsch. Das Recht, Wälder zur Erholung betreten zu dürfen, deckt keine organisierten Veranstaltungen – zum Beispiel Glühwürmchenwanderung des BUND – ab. Zudem dürfen Mitarbeiter der Umweltämter Privatwald nicht ohne vorherige Ankündigung betreten“, stellt Franke richtig. Und bleibt bei seiner Position: „Die Privatisierungen des Stadtwaldes bringen deutliche Einschränkungen für Naturschutzverbände und Behörden mit sich, die der Kontrolle von Naturschutzauflagen zuwiderlaufen.“

In diesem Zusammenhang verweist der Grünen-Politiker auf das Millionen-Angebot der Umweltverbände an die Stadt. Dies sollte geprüft und nach seiner Auffassung angenommen werden. Auch hadert Franke damit, dass die vier Fraktionsvorsitzenden dem Land den Einstieg ins Höchstgebot beim Waldverkauf verweigern: „Hier wird aktiv gegen eine Lösung gearbeitet, in der die besonders schützenswerten Flächen in öffentlicher Hand bleiben. Es wird aktiv Alternativlosigkeit künstlich erzeugt, damit der Wald auf Teufel komm raus privatisiert wird.“

In Sachen gegenseitigem Umgang miteinander ist Franke über erneute verbale Ausfälle tief schockiert – vor allem über den Vorwurf des Öko-Terrorismus von Norbert Hundt. „Ich fordere eine öffentliche Entschuldigung. Das ist unwürdig für einen Repräsentanten unserer Hansestadt.“ Auch von Peter Fernitz (CDU) und Arne Beckmann (Salzwedel-Land) fordert der Grünen-Politiker für ihre „Angriffe unter der Gürtellinie“ eine öffentliche Entschuldigung. „Wenn alte Männer meinen, man könne so mit einem jungen Erwachsenen umgehen, spricht das nicht für ihre eigene Reife“, konstatiert der 24-jährige Christian Franke, der nicht nur Salzwedeler Stadtrat, sondern auch Landesvorsitzender der Bündnisgrünen in Sachsen-Anhalt ist.

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