Schülerin im Internet kennen gelernt

Acht Monate für Missbrauch an 14-Jähriger: Familienvater legt Teilgeständnis ab

Salzwedel. „Ich entschuldige mich aufrichtig dafür, was ich dir angetan habe. Ich hoffe, du wirst das irgendwann verarbeiten können“, wandte sich der 44-Jährige, der wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt war, bei dem Fortsetzungstermin an die 19-Jährige.

Über die Internetseite „Ebay-Kleinanzeigen“ hatten sich der damals 39-jährige Familienvater und die 14-jährige Schülerin, die auf der Suche nach einem Mini-Job war, kennen gelernt. Mehrmals hatten sie sich rund um Salzwedel getroffen – im Wald, im Maisfeld und auf einem Jägerhochsitz. Dort kam es zwischen dem Elektroingenieur aus Niedersachsen und der Schülerin aus der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf zu sexuellen Kontakten. Für diese soll das 14-jährige Mädchen zwischen 70 und 100 Euro erhalten haben, je nach dem zu welchen Handlungen es kam.

„Das Geld, dass Sie an das Opfer gezahlt haben, das war keine freundschaftliche Unterstützung, wie Sie gesagt haben. Das war eine entgeltliche Leistung für sexuelle Dienste“, so der vorsitzende Richter Klaus Hüttermann. Die Verhandlung vor dem Salzwedeler Amtsgericht verlief teilweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit. „Wir stellen den Antrag, um die Privatsphäre meines Mandaten zu schützen“, so der Verteidiger. Anschließend legte der Angeklagte ein Teilgeständnis ab. „Wir haben uns in dieser Verhandlung nur an der Oberfläche des Geschehens bewegt“, fasste Richter Hüttermann zusammen.

2011 hatten sich der Vater dreier Töchter und die Schülerin kennen gelernt, er hatte sie wiederholt direkt von der Schule abgeholt: „Daher wussten Sie, wie alt das Mädchen ist, aber Sie haben das wegignoriert“, so Hüttermann. 31 Fälle standen vor dem Schöffengericht zur Verhandlung. Am Ende wurden 25 Taten eingestellt, sechs Treffen im Zeitraum zwischen 2013 und 2014 wurden weiter verhandelt.

Am Ende wurde der 44-Jährige, der noch keine Einträge im Strafregister hat, zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten, ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung, verurteilt. Zudem muss er 2000 Euro an das Salzwedeler Frauenhaus zahlen.

„Es kam Ihnen zu Gute, dass Sie ausgesagt haben. Aber es erschüttert uns, dass Sie bis jetzt nichts davon Ihrer Familie erzählt haben. Sie können da nicht vor weglaufen. Wenn Sie die ganze Geschichte aufarbeiten wollen, müssen Sie reinen Tisch machen“, wandte sich Richter Hüttermann an den Angeklagten.

Von Katja Lüdemann

Rubriklistenbild: © dpa

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