Weniger neue Flüchtlinge im Kreis – Behörde will Notunterkunft schließen

Altmarkkreis: Abwarten in Sachen Asyl

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Die Turnhalle der ehemaligen Käthe-Kollwitz-Schule in Salzwedel bietet als Notunterkunft Platz für 120 Flüchtlinge. Derzeit wohnen dort nur noch 34 Personen. Die Kreisverwaltung will die Einrichtung daher schließen.

Salzwedel / Altmarkkreis. Die europäische Flüchtlingspolitik wirkt sich erneut auf den Altmarkkreis aus. Seitdem die Balkanroute dicht ist, gebe es weniger Asylbewerber.

Das Kreisordnungsamt wolle entsprechend reagieren und die Kapazitäten zurückfahren, brachte Behördenchef Hans Thiele die Mitglieder des Kreisausschusses am Montag auf den neuesten Stand.

Der Dezernent belegte dies mit Zahlen. In diesem Jahr habe sich der Altmarkkreis bislang um lediglich 145 neue Asylbewerber kümmern müssen; 2015 waren es insgesamt 1057. „Die Zahlen sind rückläufig“, so Thiele. Hinzu komme, so der Fachmann, dass mehr und mehr Syrer das Asylverfahren passieren und somit in einen anderen Zuständigkeitsbereich, dem des Jobcenters, fallen. Aktuell handelt es sich dort um 97 Personen, hieß es am Montag. Insgesamt betreuen Hans Thiele und seine Mitarbeiter derzeit 879 Menschen.

Die lange ansteigenden Flüchtlingszahlen und der nun offenbar folgende Rückgang zwingt die Behörde zu weiterem Handeln. Noch in diesem Monat soll das umgerüstete Gebäude der ehemaligen Käthe-Kollwitz-Schule in Salzwedel bezogen werden. Ende Mai, Anfang Juni steht dann die ehemalige Welling-Schule an der Schillerstraße bereit, zählte Thiele auf.

Auf der anderen Seite sollen schrittweise nicht benötigte Einrichtungen zurückgefahren werden. Dies betreffe zuerst die Notunterkunft in der Kollwitz-Turnhalle, wo aktuell nur noch 34 Menschen untergebracht seien, blickte Thiele voraus. Gemäß der Richtlinie: aufräumen, abschließen und abwarten. Denn der Kreis will gewappnet sein für den Fall, dass die Flüchtlingszahlen wieder ansteigen sollten.

Kreisausschuss-Mitglied Dr. Ilja Karl (Linke) fragte am Montag nach den Plänen bezüglich der drei Leichtbauhallen auf dem Salzwedeler Fuchsberg. Diese werden im Moment noch benötigt, antwortete Hans Thiele. Die Insassen könnten künftig an die Schillerstraße umziehen. „Wir wollen so wenige Objekte wie möglich nutzen“, fasste der Dezernent die Strategie seiner Behörde zusammen.

Von Jens Heymann

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