Kerstin Peysa ist bis heute nicht wieder arbeitsfähig / Arzt schließt 100-prozentige Heilung aus / Hohe Ausfälle bei knapper Witwenrente

55-Jährige brach sich beide Arme auf Penny-Parkplatz

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Über diese Stolperkante, die inzwischen weiß markiert wurde, ist Kerstin Peysa auf dem Penny-Parkplatz im April gefallen und brach sich beide Arme. Noch immer hat sie Schmerzen.

hob Salzwedel. Als Kerstin Peysa im März den Bäcker verließ und auf dem Penny-Parkplatz ihrem Auto zustrebte, stürzte die 55-Jährige plötzlich. Eine Kante an einem Behindertenparkplatz war für sie zum Fallstrick geworden.

Der Sturz brachte der Salzwedelerin ein gebrochenes Handgelenk am rechten Arm sowie eine ausgekugelte und gebrochene Schulter am linken Arm ein – alles komplizierte Splitterbrüche. Bis heute kann sie nicht wieder arbeiten und wird ständig an den Sturz erinnert. „Ich möchte mal einen Tag ohne Schmerzen erleben“, ist der sehnlichste Wunsch von Kerstin Peysa.

Das erste, was sie nach dem Sturz über die Kante wahrnahm, waren vier Füße in Augenhöhe. Ein Ehepaar kümmerte sich um die Frau, die vor Schmerzen schrie. Linderung brachten ihr erst die herbeigeeilten Rettungssanitäter, die sie nach Erster Hilfe ins Altmark-Klinikum brachten. Zehn Tage verbrachte sie dort – Ostern, ihr 55. Geburtstag und das einjährige Wiegenfest ihrer jüngsten Enkeltochter vergingen während dieser Zeit. Sie konnte beide Arme nicht benutzen, benötigte für alles fremde Hilfe – inklusive der Toilettengänge. „Das war so peinlich“, schämt sich Kerstin Peysa.

Doch sie hoffte, die Folgen des Sturzes bald überstanden zu haben. Doch stattdessen laboriert sie immer noch mit Schmerzen herum und ist Dauerkunde bei der Physiotherapie. Ihr Arzt habe ihr gesagt, dass ihr linker Arm nie wieder vollständig hergestellt werden könne, ist der nächste Tiefschlag, der die Frau trifft. Ohnehin hat die 55-Jährige, die von ihrer Witwenrente lebt, seit dem Sturz auf dem Penny-Parkplatz auch auf ihre Einkünfte aus zwei Nebenjobs verzichten müssen: „Statt Geld zu verdienen, habe ich dadurch noch hohe Ausfälle.“

Vor allem aber ärgert sie sich, dass die Gefahrenstelle auf dem Penny-Parkplatz nicht beseitigt worden ist. Die Stolperkante wurde lediglich weiß angemalt, beklagt sie. Denn Kerstin Peysa hat inzwischen erfahren, dass sie nicht das einzige Opfer der Stolperkante ist. Nun sucht sie nach Leidensgefährten und Gefallene vom Penny-Parkplatz. Ihr Ziel: Sie will, dass die Stolperkante verschwindet und sich zusammen mit Mitleidenden ihr Recht verschaffen. Denn bislang hat sie keinen Cent für die Ausfälle bekommen, die ihr durch den Sturz entstanden sind.

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