Schlachter liebt Tiere und betrinkt sich / Angeklagter brettert auf dem Weg nach Hause Warnbaken um und lenkt in den Gegenverkehr

2,91 Promille: Im Vollrausch von Clenze nach Zierau

klü Salzwedel. Mit 2,91 Promille war der Angeklagte (51) im Dezember vergangenen Jahres gegen 13.45 Uhr von Clenze nach Zierau unterwegs gewesen. Mit dem Auto. Auf dem Weg nach Hause hatte der Schlachter mehrere Warnbaken umgefahren und den Gegenverkehr gefährdet.

„Ich war auf Arbeit in Clenze. Ich bin damals schon einige Zeit nicht mehr richtig glücklich gewesen in meinem Beruf als Schlachter. Mir taten die Tiere so leid, immerhin habe ich ein Herz für Tiere und habe ja auch selbst welche“, schildert der Angeklagte. Daher habe er sich betrunken und sei gegen 13.45 Uhr an diesem Tag nach Hause gefahren. Den Alkohol, Bier und Schnaps, hatte er im Kofferraum seines Wagens.

Über die Bundesstraße 71, rund 45 Kilometer, fährt der Angeklagte in seinem Vollrausch nach Hause. „Von der Abfahrt Rockenthin bis zur ersten Ausfahrt Zentrum bin ich hinter dem Angeklagten her gefahren. Ich bin zunächst davon ausgegangen, dass er ein medizinisches Problem hat, weil er immer leicht nach links gedriftet ist, sich dann aber wieder gefangen hat“, gibt ein Zeuge während der Verhandlung zu Protokoll. Als der Gegenverkehr gezwungen wird, dem Mercedes des Angeklagten über die Bankette auszuweichen, ruft der Zeuge die Polizei.

20 Eintragungen finden sich im Strafregister des Angeklagten. Von Diebstahl über Urkundenfälschung, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Trunkenheit im Verkehr, Raub bis hin zu Körperverletzung und Volksverhetzung. „Ihren Führerschein haben Sie erst Anfang Januar 2015 wieder erhalten. Das ging ja nicht lange gut“, fasste Richter Klaus Hüttermann zusammen.

Ein weiterer Zeuge alarmiert die Polizei, als er mitbekommt, dass der Angeklagte am Kreisel der Brückenstraße mehrere Warnbaken umfährt, weil er die Kurve nicht bekommt. „Mensch, habe ich mir gedacht, der muss ja sternhagelvoll sein. Ich habe dann an der Tankstelle angehalten und die haben die Polizei informiert“, so der Rentner aus Salzwedel.

Die Polizeibeamten finden den betrunkenen Mann schnarchend in seinem Wagen auf dessen Hof in Zierau. „Bis zum Eintreffen der Beamten weiß ich gar nichts mehr. Nicht, wie ich ins Auto gekommen bin, noch wie ich bis zu mir gekommen bin“, sagt der Angeklagte, der seit kurzem in Clenze wohnt.

Am Ende gab es für die volltrunkene Fahrt eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten – auf vier Jahre Bewährung ausgesetzt – sowie eine Führerscheinsperre von 18 Monaten. „Beim nächsten Vorfall gehen Sie in Haft. Verspielen Sie die Chance nicht“, so Hüttermann zum Angeklagten.

Von Katja Lüdemann

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare