Verkehrsausschuss diskutiert – will aber nicht vorzeitig handeln

Bundesfeldweg: „2018: Bis dahin halten wir durch“

+
Über keinen landwirtschaftlichen Weg wird so viel diskutiert wie über die Verbindungsstraße zwischen der B 190 und Ritze. Kein Wunder: Vor der Sperrung fuhren dort täglich bis zu 1500 Fahrzeuge entlang.

Salzwedel. Der Bundesfeldweg, die Verbindungsstraße zwischen der B 190 und Ritze, bleibt in der lokalen Politik ein Dauerthema.

Nachdem sich am Montag Kreistagsabgeordneter Frank Rossau (wir berichteten) für ein Öffnen des landwirtschaftlichen Weges stark gemacht hatte, griff einen Tag später auch der Salzwedeler Verkehrsausschuss das Thema direkt wieder auf.

„Wir müssen da endlich tätig werden“, meinte Lothar Heiser (CDU), frisch gewählter, stellvertretender Ausschussvorsitzender. „Die Entscheidung liegt ausschließlich beim Stadtrat.“ Jahrelang habe es doch funktioniert –mit 50-Schild und 3,5-Tonnen-Gewichtsbegrenzung, führte der Christdemokrat weiter aus. Dass der Weg für den öffentlichen Verkehr gesperrt ist, könne doch nicht an einem zu schmalen Bahnübergang scheitern, so Heiser. Und als ehemaliger Polizist fügte er gleich noch einen Fakt hinzu: Auf dem Bundesfeldweg habe die Unfallzahl konstant bei null gelegen.

Dass der Fall nicht so einfach ist, erläuterte Ordnungsamtsmitarbeiter Eiko Petruschkat. Bei einer Verkehrsschau im Jahr 2012 seien 1500 Fahrzeuge pro Tag auf der Strecke gemessen worden. Die Deutsche Bahn habe damals angedroht, Züge nur noch langsam die Straßen-Schienenkreuzung passieren zu lassen und dies obendrein durch Sicherheitspersonal überwachen zu lassen – auf Rechnung der Stadt. In der Folge wurde das Nutzen des Weges eingeschränkt – die aktuelle Situation.

„Das Eisenbahnbundesamt würde uns daher sofort auf der Matte stehen“, erklärte Petruschkat. Zum Abschluss verwies er noch einmal auf den Status der Straße als landwirtschaftlichen Weg. „Dort darf sowieso kein öffentlicher Verkehr sein. Die Straße müsste erst gewidmet werden“, so der Fachmann.

„Seit 2012 werden Erwartungen geweckt, die so nicht umzusetzen sind“, meinte Ausschussmitglied Gerd Schönfeld (Linke). „Ich werde mich nicht dafür einsetzen, gegen Gesetze zu verstoßen“, so sein Votum.

Jost Fischer (Freie Fraktion), Vorsitzender des Verkehrsausschusses, beendete die Diskussion mit einem Verweis auf die Ausbaupläne des Kreises (wir berichteten): „Wir haben ein Ziel: 2018. Bis dahin halten wir durch.“ 2018 will der Altmarkkreis mit dem Ausbau zu einer Kreisstraße fertig sein.

Von Jens Heymann

Kommentare