Umzug der Diakonie sorgt auf früherem Gut in Königsmark für offene Fragen

Zukunft der Villa ungewiss

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Die weitere Zukunft der markanten Villa und der anderen Gebäude ist unklar. Noch wirkt dort die Diakonie.

Königsmark. Was aus dem früheren Gutshof in Königsmark nach dem geplanten Umzug der Diakonie einmal werden soll, ist ungewiss. „Dem Landkreis Stendal wurde das Areal in den 90er-Jahren vom Land Sachsen-Anhalt übergeben.

An diese Übertragung ist eine Zweckbindung von 20 Jahren als heilpädagogisches Kinder- und Jugendhilfeobjekt geknüpft“, erklärt Edgar Kraul, Sprecher des Landratsamtes. Diese Bindungsfrist begann 1998. Bei Nichteinhaltung der Vereinbarung fielen die große Villa im eleganten Landhausstil und die weiteren Gebäude wieder ans Land. „Eine Entscheidung über die zukünftige Verwendung kann somit erst getroffen werden, wenn das Land auf das Grundstück verzichtet und es dauerhaft dem Landkreis übertragen wird. “.

Die Diakonie zieht nach Seehausen und baut dort, wie bereits berichtet, eine neue heilpädagogische Einrichtung. Momentan wird der Bauantrag vorbereitet. Wann genau die Arbeiten in der Wischestadt beginnen könnten, scheint noch unklar. Womöglich strebt die Diakonie den Umzug bis 2018 und damit die zeitliche Punktlandung an. Passiert es früher, dürfte es zwischen Landkreis und Diakonie durchaus Redebedarf geben. Grundsätzlich handele es sich um einen normalen Mietvertrag mit den üblichen Klauseln. „Die Diakonie darf ihren Mietvertrag mit dem Landkreis somit kündigen“, erläutert Kraul.

Das Grundstück ist circa 13 300 Quadratmeter groß. Das 1913 errichtete Gutshaus steht unter Denkmalschutz. Das Areal hat eine wechselvolle Geschichte. Fredy Boetzer weiß unter anderem von landwirtschaftlicher Arbeit, Tieren und einer Maschinenausleihstation. Die markante Villa sei kurz nach dem Krieg sogar einige Jahre ein Kinderheim gewesen. „Das Gebäude war allein schon vom Äußeren her immer etwas Besonderes.“ Der heute 76-Jährige stammt aus dem früheren deutschen Osten, zog mit der Familie in die Altmark, wuchs in Königsmark und Umgebung auf und ist nun von Osterburg nach Stendal gezogen. An Königsmark denkt er noch oft.

Von Marco Hertzfeld

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