325 ärztliche Behandlungen aus 2015 unter der Lupe

Zahl möglicher „Kunstfehler“ steigt

kah Magdeburg. 30 mehr vermutete Behandlungsfehler durch Ärzte als im Jahr 2014 hat es 2015 gegeben. Insgesamt liegt die Zahl der zu prüfenden Fälle bei 325. Das besagen Informationen der Ärztekammer Sachsen-Anhalt.

Diese mutmaßlichen „Kunstfehler“ werden nun von der norddeutschen Schlichtungsstelle geprüft.

Wenn nach ärztlichen Behandlungen der Erfolg ausbleibt – oder sich der Zustand des Patienten sogar verschlechtert – wird die Schlichtungsstelle von der Ärztekammer beauftragt, diese Fälle zu überprüfen. „Für den Betroffenen ist ein Behandlungsfehler genau einer zu viel. Doch für die Mediziner spricht: Kein Arzt verursacht einen Behandlungsfehler absichtlich und wissentlich“, erklärt Dr. Simone Heinemann-Meerz, Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt.

Für das Ausbleiben des Behandlungserfolges können die Schwere der Erkrankung oder chronische Verläufe verantwortlich sein. Selten sei ein ärztlicher Behandlungsfehler Schuld, meint die Ärztekammer. Und sie setzt die Zahl der 325 möglichen Behandlungsfehler in einen Bezug mit der Gesamtzahl von Behandlungen: Es gebe landesweit 16 Millionen ambulante Behandlungen pro Jahr, dazu 614 949 vollstationäre Behandlungen in sachsen-anhaltischen Krankenhäusern. 325 sei da eine sehr geringe Zahl.

Von den 325 Fällen konnten im vergangenen Jahr bereits 193 durch die Schlichtungsstelle abgeschlossen werden. In nur 29 Prozent der Fällen habe es tatsächlich einen Fehler gegeben. Die geprüften Behandlungsfälle kommen mit 83,3 Prozent hauptsächlich aus dem Klinikbereich und zu 16,7 Prozent von niedergelassenen Ärzten und medizinischen Versorgungszentren. Arthrosen, Frakturen und Bandscheibenschäden waren die häufigsten Krankheiten mit einem Verdacht auf einen Behandlungsfehler.

Von Kai Hasse

Rubriklistenbild: © dpa

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