Cornelia Ulrich sieht sich als energetische Heilerin – und kann mit der Skepsis anderer umgehen

„Wir führen innerlich einen Krieg“

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Cornelia Ulrich hat weder Pflaster noch Medizin und glaubt dennoch, Menschen helfen zu können. Die 54-Jährige nennt sich energetische Heilerin, redet von Aura und Unterbewusstsein.

Osterburg. „Viele Leiden haben geistige Ursachen. Wir führen innerlich einen Krieg, dabei ist der Frieden doch so wichtig. “ Cornelia Ulrich lehnt sich ein wenig weiter in ihrem Sessel zurück.

Ein wunderschöner alter Kachelofen steht an der Wand, Kerzen brennen, es riecht ungewöhnlich süß im Raum. Die beiden Liegen nur ein paar Schritte weiter sind mit samtigen Decken überspannt. Die 54-Jährige nennt sich energetische Heilerin. Zu ihr kommen in der Regel Menschen, die Hilfe suchen und nicht mehr anders weiterwissen. „Ich sehe Verbindungsschnüre zu den Ursachen für Leid und Unwohlsein, und die liegen oft ganz weit zurück. “.

Die Osterburgerin kennt die spektakulären Bilder aus dem Fernsehen und weiß, was sich viele Leute unter einer Heilerin so alles vorstellen können. „Klar kann ich die Leute umfallen lassen, doch wozu?“ Wobei Hypnose ja sowieso nur eines von etlichen Instrumenten in ihrer Arbeit sei. Die Mutter zweier Kinder redet bei Hypnose lieber vom „Alpha-Zustand“, der sich mit der Phase kurz vor dem Einschlafen vergleichen lasse. „Meditation und Hypnose sind gar nicht so weit voneinander entfernt.“ Der Besucher schließt die Augen, Ulrich redet bedacht und erzeugt Bilder im Kopf des anderen.

„Ich bin keine Therapeutin und mache keine Heilversprechen. Ich bin auch weder Arzt noch Psychologe, vieles darf und kann ich nicht.“ Die gelernte Kindergärtnerin sieht sich eher als Coach, der Menschen eine Tür öffnet, die mit ihren Problemen nicht mehr weiterwissen. „Leute, die zu mir kommen, wollen kein Pflaster und keine Medizin, die ich eh nicht habe. Sie wollen etwas verändern, geistig.“ Burn-out sei ein wachsendes Thema. Menschen, die der Beruf ausgebrannt hat, und die vielleicht gerade die Tagesklinik hinter sich haben, würden bei ihr, der energetischen Heilerin, auf neue Ansätze hoffen.

„Ich kann mich extrem gut in anderer Leuten Seelenleben hineinversetzen. Das ist eine Gabe, die auch andere haben, doch bei mir ist sie stark ausgebildet.“ Dass rational denkende Menschen mit Begriffen wie Hypersensibilität, Unterbewusstsein, Medium und Aura nicht sonderlich viel anfangen können, ist der Biesestädterin völlig bewusst. „Ich habe vor mehr als 25 Jahren mit der Heilarbeit angefangen, Bücher gelesen und natürlich spezielle Seminare besucht, skeptische Blicke haben mich immer wieder einmal getroffen. Aber wenn man Menschen helfen will, darf einen das nicht großartig beeindrucken.“

Ein weiteres Beispiel: Ein Kind leidet an Schuppenflechte, die Familie hat schon alles versucht, das zu ändern, ohne Erfolg. Ulrich legt ihm die Hände auf, redet, stellt Aufgaben, lässt Übungen vollziehen, und ja, bespricht eine Creme mit Wörtern, die dem Kind wichtig sind. Irgendwann wird sich womöglich herausstellen, dass die Mutter ihren Nachwuchs überfürsorglich behütet und vor dem Leben allzu stark beschützen will. „Die Menschen selbst müssen den Weg erkennen und Krieg in Frieden umwandeln wollen, ich kann ihnen den Weg nur vorzeichnen.“

Wer sich für das energetische Heilen interessiert, kann sich bei einem Kursus der Kreisvolkshochschule in Osterburg darüber informieren. Ulrich führt am Donnerstag, 19. März, ab 17 Uhr in die Thematik ein. Es geht darum, was eine Hypnose kann und was sie nicht kann. Inwieweit die Methode zum Idealgewicht, zum Nichtrauchen, zur Tiefenentspannung, gegen Schulstress oder Prüfungsangst helfen kann, darüber können sich Interessierte selbst ein erstes Bild verschaffen. Der Vortrag findet in der Breiten Straße 5 in Osterburg statt. Ein weiterer Vortrag ist für den 12. März ab 17 Uhr im Stendaler Landratsamt geplant. Schwerpunkt dort: alternative Heilmethoden. Für detaillierte Informationen und Anmeldungen ist die Volkshochschule erreichbar unter Tel. (03937) 895178.

Von Marco Hertzfeld

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