Sommergespräch am Kleinen Markt: Bürgermeister will Wohnflächen in Flessau und Osterburg schaffen

„Wir brauchen neue Baugebiete“

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Kollegen aus Magdeburger Zeiten: In das Osterburger Goldene Buch trägt sich Vize-Landtagspräsident Wulf Gallert am Montag im Büro von Bürgermeister Nico Schulz ein.

Osterburg. Osterburgs Rathaus-Chef will zwei neue Baugebiete ins Leben rufen.

Diese biesestädtische Neubau-Offensive verkündet Nico Schulz (CDU) am Montagvormittag, als er mit Wulf Gallert einen früheren Kollegen aus Magdeburger Landtagszeiten in seinem Büro am Kleinen Markt zu Gast hat.

Der Vize-Präsident, der Ministerpräsident werden wollte, hat die Ex-Kreisstadt offenkundig jahrelang nicht mehr mit eigenen Augen gesehen. Zuletzt habe der Linkssozialist bei Schulzs Vorvorgänger Siegfried Dießner Osterburger Stadtverwaltungsluft geschnuppert. Inzwischen aber denke Gallert im Dialog mit seiner Frau, die in der Hochschule Stendal arbeitet, darüber nach, eventuell in seine alte Heimat umzuziehen.

Das war dann auch ein Stichwort für Osterburgs Einheitsgemeinde-Chef. „Wenn die Autobahn kommt, werden Wohnungen gebraucht“, weiß Schulz. Bislang sei der Vorstoß lediglich erst ein „Vorschlag der Verwaltung“, der noch nicht mit der Stadtpolitik besprochen worden sei. „Aber wir brauchen neue Bebauungsgebiete“, stellt der Bürgermeister klar. Und erklärt seinem Gast auch gleich, wo die neuen Flächen für neue Wohnungen entstehen sollen: in Osterburg und in Flessau. Die Ausweisung dieser Gebiete ist Bestandteil der Erarbeitung des neuen Osterburger Stadtentwicklungskonzepts, das die Biesestadt derzeit in der Mangel hat und das zuletzt vor 12, 13 Jahren aktualisiert worden sei.

Ein weiterhin großes Anliegen bleibe es für Osterburgs Stadtverantwortliche, dafür zu sorgen, dass die Menschen auf dem Land mobil sind. „Wir wollen die Bürger unterstützen, dass sie das Zentrum Osterburg erreichen können.“ Sicherlich gebe es innerhalb der Einheitsgemeinde „einige Problemdörfer“, zugleich hätten die Orte Gladigau, Polkau, Krumke und Meseberg aber eine sehr positive Entwicklung gemacht.

Laut neuesten Zahlen aus dem Osterburger Einwohnermeldeamt leben aktuell 5964 Menschen in der Kernstadt. Mit den umliegenden Orten kommt das Gebiet auf insgesamt 10 324 Einwohner (Stand: 30. Juni). „Das sind deutlich mehr, als die Bevölkerungspronose vorausgesagt haben“, fordert Osterburgs Rathaus-Chef dringend eine Anpassung. Er will sich nicht gefallen lassen, dass bis zu 400 Einwohner in der Statistik fehlten. „Denn das wirkt sich Fördergelder aus.

Von Antje Mahrhold

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