Erxlebens Naturschutz-Truppe hat einen Krötenzaun an der B 189 errichtet

Bei Wind und Wetter raus: Schüler retten Amphibien

Nicht nur Erdkröten wie diese leben in den ersten wärmeren Tagen und Nächten des Jahres besonders gefährlich. Müssen Amphibien auf ihrem Weg zum Laichgewässer eine Straße überqueren, kann es mit den Frühlingsgefühlen schnell und tödlich vorbei sein.

Erxleben. Die Amphibien sitzen in den Startlöchern. „Wenn das Thermometer um die fünf Grad plus anzeigt, geht es allmählich so richtig los“, weiß Peter Neumann.

Der Lehrer bildet mit Lernenden der Förderschule in Erxleben eine Art schnelle Eingreiftruppe für Kröte, Frosch & Co. Die Naturfreunde helfen den Tieren auf ihrem Weg zum Laichgewässer über die Straße, damit diese erst gar nicht Gefahr laufen, vom Verkehr überrollt zu werden. Dafür ist nahe Erxleben auf beiden Seiten eine künstliche Barriere aus Plastik aufgebaut worden. Der Zaun ist gut 50 Zentimeter hoch und insgesamt etwa 200 Meter lang. Auch an anderen Stellen im Landkreis Stendal werden dieser Tage Krötenzäune errichtet, in der Regel hat der Naturschutzbund (Nabu) die Federführung.

Die Anfänge in Erxleben liegen mehr als zehn Jahre zurück. „Wir hatten damals festgestellt, dass viele Amphibien ihre Wanderung nicht überlebten und tot auf der Straße lagen, kein schönes Bild“, erinnert sich Neumann. Ein Naturprojekt wurde angeschoben, und in Zusammenarbeit nicht zuletzt mit dem Nabu die alljährliche Wanderung der Tiere begleitet. „Anfangs ist der Zaun noch gebracht und abgeholt worden, inzwischen machen wir alles allein.“

Vor allem Erdkröten, Molche, Kreuzkröten und Springfrösche landen vor der Barriere. Durchschnittlich 200 Amphibien tragen die jungen Leute, der Lehrer und Helfer aus dem Ort in Behältern jedes Frühjahr über die Bundesstraße 189 zum „Flachspfuhl“, einem größeren Teich.

Das Projekt diene nicht nur allein dem Naturschutz, sondern habe auch eine pädagogische Note. Neumann zur AZ: „Unsere Schüler bekommen einen Bezug zur Natur und lernen Verantwortung zu übernehmen. Das ist wichtig. Sie müssen auch dann frühmorgens ran, wenn es windig ist oder regnet.“ In Erxleben werden junge Leute mit geistiger Behinderung gefördert. Die Schule hat im Oktober 2013 ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert. In der Einrichtung bilden junge Leute übrigens auch eine eigene Löschgruppe. Dieses Projekt in Zusammenarbeit mit der örtlichen Feuerwehr wurde schon öffentlich gelobt und ausgezeichnet.

Von Marco Hertzfeld

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