Krumker Schloss-Verein sucht verstärkt Partner für weitere Sanierung des Kavaliershauses

Westflügel soll Auftrieb erhalten

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Das Kavaliershaus im Morgenrot. Im linken Teil des Komplexes in Krumke befindet sich das Parkcafé. Im Erdgeschoss des Westflügels rechts soll möglichst bald auch neues Leben einziehen. In der Etage darüber ist eine Ferienwohnung eingerichtet worden.

Krumke. „Wir lassen nicht locker und wollen in nächster Zeit entscheidend vorankommen“, sagt Klaus Quiatkowski. Der Förderverein Schloss Krumke nimmt erneut Anlauf und will das Erdgeschoss im Westflügel des Kavaliershauses mit neuem Leben erfüllen.

„Die Hülle kann sich bereits sehen lassen. Einige Fenster müssen noch ausgetauscht werden. Vor allem im Inneren muss einiges mehr passieren“, erläutert der Osterburger Architekt im Gespräch mit der AZ. Im Verein steht der gebürtige Erfurter der Vorsitzenden Karin Maaß als Stellvertreter zur Seite. Die Kosten der Sanierung dürften irgendwo bei 65 000 Euro liegen. Die Krumker Heimatfreunde wollen die 115 Quadratmeter für einen möglichst langen Zeitraum gestalten und suchen nach einem geeigneten Partner, mit dem sich Ideen und Lösungen für eine Renovierung und Nutzung finden lassen. Ob Fördermittel fließen können, hänge vom Verwendungszweck ab.

Der Verein ist vor mehr als zehn Jahren aus der Taufe gehoben worden. Dabei ist der Name nur noch im weitesten Sinne Programm und auch leicht irreführend, befindet sich das eigentliche Schloss im Osterburger Ortsteil doch inzwischen in privater Hand. Der Schlossverein konzentriert sich auf das Kavaliershaus, für dessen Sanierung seit 2006 bislang annähernd 820 000 Euro ausgegeben worden sind. Fördertöpfe der Europäischen Union, des Landes und regionaler Netzwerke sowie private Spenden und Einnahmen des Vereins durch eigene Veranstaltungen haben es möglich gemacht. Als Kavaliershaus bezeichnete man übrigens seit dem Barock ein Gebäude, das als Teil eines Schlossensembles vor allem der Aufnahme der Hofangestellten diente.

Vereins-Vize Quiatkowski kann sich für den Westflügel des denkmalgeschützten Hauses einige Nutzer vorstellen: „Vielleicht ein Küchenbetreiber, eine Ferienzimmervermittlung, auch ein Büro oder eine Arztpraxis ist möglich. Vielleicht hat aber auch jemand eine Idee, auf die von uns bisher noch niemand gekommen ist. Wir sind für alle Vorschläge offen.“ Dass dort ein Café einzieht, scheint jedoch gänzlich ausgeschlossen. Schließlich betreibt Annegret Spillner gleich nebenan im Ostflügel Gastronomie. „Wir sind mit der Arbeit dort zufrieden und freuen uns über das Engagement von Frau Spillner.“ Ein ähnlicher Betrieb sei falsche Konkurrenz und mache einfach keinen Sinn. Für eine Praxis oder ein Büro läge sogar schon eine Baugenehmigung vor, für andere Nutzungen müsste diese noch beantragt werden. „Dass wir im Falle einer zukünftigen Arztpraxis Fördergeld bekommen, ist allerdings so gut wie ausgeschlossen, leider. Bei anderen Dingen ist das sicherlich möglich. Wir müssen eben alles genau prüfen und unsere Möglichkeiten ausschöpfen“, macht der Architekt seinen Mitstreitern und sich Mut. Der Verein zählt 45 Mitglieder.

Von Marco Hertzfeld

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